Die Griechische Kulturstiftung wurde im Jahr 1992 gegründet. Ihr Hauptanliegen besteht darin, die griechische Kultur und die griechische Sprache im Ausland zu fördern und zu verbreiten. Der Sitz der Zentrale ist in Athen, in der ehemaligen Villa Bodossaki im Stadtteil Psychiko. Mittlerweile gibt es mehrere Auslandsvertretungen in verschiedenen Städten der Welt, in Alexandria, Berlin, Triest, Nikosia, Belgrad, Tirana, Paris, Moskau, Odessa und Bukarest. Diese Einrichtungen organisieren lokale Veranstaltungen und unterstützen den Griechisch - Unterricht, sei es durch ein Angebot von eigenen Sprachkursen in den Räumlichkeiten der Vertretungen oder durch die Abnahme von Prüfungen zum Erwerb des staatlich anerkannten Zertifikats der Griechischen Sprache. Zahlreiche Veranstaltungen im Jahr in Athen und in den Auslandsvertretungen sollen die jahrtausendealte griechische Kultur und griechische Sprache allen Interessierten näherbringen.

GRIECHENLAND AKTUELL sprach mit Herrn Nikos A. Koukis, dem neuen Vorsitzenden der Griechischen Kulturstiftung über die Aufgaben, die Prioritäten, die Initiativen und die Feierlichkeiten anlässlich des 200jährigen Jubiläums der Griechischen Revolution von 1821.  

 

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Die Griechische Kulturstiftung ist der wichtigste Botschafter Griechenlands, was die Förderung der griechischen Kultur und der griechischen Sprache anbelangt. Seit sieben Monaten sind Sie der neue Vorsitzende. Was sind Ihre Aufgaben und Ihre Prioritäten?

Tatsächlich, die griechische Kulturstiftung hat seit der Zeit ihrer Gründung eine ganz besondere Aufgabe: Die Förderung der griechischen Kultur und der griechischen Sprache im Ausland. Sie ist der wichtigste Träger kultureller Diplomatie. Wir sind heute nicht nur der ausschließliche Träger, aber gewiss eine zuverlässige Institution. Unsere Aufgabe ist von nationaler Bedeutung in einer Zeit der Globalisierung und einer starken kulturellen Konkurrenz. Die griechische Kultur ist weltbekannt. Die Zeiten jedoch ändern sich. Es ist notwendiger denn je unsere Kompetenz zu steigern. Dies kann uns gelingen, indem wir mit der heutigen Jugend in permanentem Kontakt sind. Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Neuorganisierung der Webseite „Biblionet“, die sich speziell mit dem griechischen Buch befasst. Wir haben auch eine neue Webseite unter dem Namen greeklit.gr entworfen, wo wir uns den Übersetzungen von Werken griechischer Literatur widmen.

Zudem sind wir in Zusammenarbeit mit der Region Zentralmakedonien Mitorganisatoren der Internationalen Buchmesse von Thessaloniki, die letztes Jahr nur online stattfinden konnte. Sie ist die drittgrößte Buchmesse weltweit nach den Buchmessen von Frankfurt und Peking. Wir sind stolz auf den erfolgreichen Verlauf dieser anspruchsvollen Veranstaltung. In den wenigen Monaten nachdem ich die Leitung der Kulturstiftung übernommen habe, ist uns gelungen, mehrere Online-Veranstaltungen mit über 50.000 Zuschauern zu organisieren. Hinzu kommt noch unsere Teilnahme an allen großen Buchmessen von Frankfurt, Peking, Bologna, Paris und anderswo.

 

Welche anderen Herausforderungen haben Sie noch?

Wir sind fast komplett fertig mit der Neuorganisation der Stiftung im Bereich Verwaltung und Finanzen. Wir legen besonderen Wert auf das griechische Buch, denn nachdem wir auch diese Aufgabe übernommen haben, möchten wir mit den Autoren, den Übersetzern und dem Verlagswesen kreativ zusammenarbeiten, damit jene günstigen Voraussetzungen geschaffen werden, die das Lesen als solches weiter fördern.

Die Griechische Kulturstiftung wird in dem ehemaligen Privathaus des griechischen Unternehmers Prodromos Bodossákis beherbergt. Es ist unsere Pflicht, das Haus und die anderen Räumlichkeiten zu schützen und die architektonischen Besonderheiten der Gebäude und des dazugehörigen Gartens sorgfältig zu gestalten, damit sie für das Publikum zugänglich sind.  

Weiter möchte ich das Netz unserer Auslandsmitarbeiter mit Honorarvertretern ausbauen. Es gibt da ein großes Interesse von Griechen und Philhellenen weltweit. Die ersten Mitarbeiter in Tirana, Paris, Moskau und Nikosia lassen weiterhin Optimismus zu. So wird ein neues Netzwerk von Philhellenen aktiv, das uns ermöglichen wird, unsere Kultur und unsere Sprache stärker im Ausland zu fördern. Unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Griechischen Botschaften ist auf dem besten Weg. Als Beispiel möchte ich unsere gute Zusammenarbeit mit der Griechischen Botschaft in Bosnia-Herzegovina hervorheben. Die Griechische Kulturstiftung hat in Zusammenarbeit mit der Griechischen Botschaft die Kosten für den Online-Unterricht der griechischen Sprache in Sarajewo übernommen.

 

Sind Sie der Meinung, dass die Griechische Kulturstiftung in der Lage sein wird, ein positives Bild von Griechenland im Ausland zu schaffen?

Griechenland ist ein kleines Land, aber es ist bekannt, dass die Diaspora-Griechen seit eh und je eine große Rolle bei der Verbreitung der griechischen Kultur und der griechischen Sprache gespielt haben. Ich möchte betonen, dass ich nicht dafür bin, große Geldsummen auszugeben, sondern eher dafür, unsere Ziele zu erreichen, indem wir diejenigen Künstler, Unternehmer bzw. Sponsoren und Lehrer engagieren, die unsere Kultur und unser Land lieben. Eine neue philhellenische Bewegung ist auch heute möglich. Da kommen insbesondere Menschen in Betracht, die Griechenland in ihrem Herzen tragen. Solche Menschen gibt es auf jeden Fall.

 

Haben Sie auch andere Initiativen übernommen?

Vom ersten Moment an, haben wir uns besonders für die Annäherung an andere kulturelle Institutionen interessiert. So sind wir auf dem besten Weg, die Zusammenarbeit mit dem „Goethe Institut“, dem „British Council“ und dem „Institut français“ in den Bereichen Übersetzungsförderung, Buchproduktion und bei Koproduktionen von Veranstaltungen wieder aufzunehmen. Es ist auch unser Wunsch, die Zusammenarbeit mit den Staatsarchiven, Autoren, Übersetzern und Verlagen zu organisieren. Meine Vision wäre, die Griechische Kulturstiftung sowohl in Griechenland als auch im Ausland besser zu etablieren.

 

Welchen Beitrag leistet die Griechische Kulturstiftung in Bezug auf das 200jährige Jubiläum anlässlich der Griechischen Revolution von 1821?

Die Griechische Kulturstiftung hat bereits einen Zyklus von 11 Online - Veranstaltungen im Programm. Elf namhafte Historiker, darunter Maria Efthimíou, Sotiris Rizás, Iakovos Michaelides, Elias Kolovós, Stefanos Kavallierakis, werden die Griechische Revolution von 1821 unter verschiedenen Aspekten beleuchten. Die Veranstaltungen sind natürlich für alle zugängig. Auch ein Buch mit demselben Thema ist in Vorbereitung. Die Zweigstellen in Odessa, Belgrad, Bukarest und Triest werden auch Veranstaltungen anlässlich des 200jährigen Jubiläums der Griechischen Revolution dem interessierten Publikum anbieten.

 

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https://hfc-worldwide.org/athens

Das Interview führte Athanassios Lambrou

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