Andros ist die zweitgrößte und nördlichste Insel der Kykladen. Viele Weinberge und Obstbäume, Quellen und kleine Wildbäche verleihen dieser schönen ägäischen Insel eine eigene Atmosphäre. Hinzu kommt noch, dass Andros mehrere Möglichkeiten zum Wandern anbietet. Die kleine Insel verfügt über eine reiche Geschichte und ein vielfältiges kulturelles Erbe. Die Museen und die Kunststiftungen vieler Reeder, die von der Insel stammen, machen sie einen Besuch wert. Die Architektur der Insel Andros überrascht auch, denn hier dominieren große neoklassizistische Häuser mit Ziegeldächern, die an eine weit zurückliegende venezianische Präsenz erinnern.

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Das berühmteste Museum ist das „Museum für Zeitgenössische Kunst“. Es wurde am 28. Juli 1979 in der Stadt Andros, auch Chora genannt, dem Geburtsort des bekannten Reeders Vassilis P. Goulandris eingeweiht und ist das erste Museum für Zeitgenössische Kunst in Griechenland. Auch das bekannteste.Der Grundgedanke für den Bau des Museums war, dem Werk des andriotischen Bildhauers Michalis Tombros einen würdigen Ort zu geben. Er hatte seine Werke seinem Geburtsort vermacht. So war man sozusagen gezwungen, sie unterzubringen und dort zu präsentieren. Dieser anfängliche Bestand an Werken wurde nach und nach mit Werken aus der Privatsammlung des Ehepaars Vassilis und Eliza Goulandris bereichert. Nach und nach wuchs das Interesse der Öffentlichkeit und es war notwendig das Museum zu erweitern.

Am 20. Juli 1986 wurde der Neue Flügel des Museums für Zeitgenössische Kunst eingeweiht. Der Wunsch der Gründer war es, ein kleines Museum für zeitgenössische Kunst zu schaffen, das mit modernsten Museumsstandards ausgestattet ist, um alle Bedingungen für die Organisation internationaler Ausstellungen zu erfüllen. Die Gestaltung der Außenräume nimmt große Rücksicht auf die natürliche und architektonische Landschaft der Insel und der nächsten Umgebung. Bevorzugt wurden Baumaterialien wie Marmor und Stein, die farblich mit dem Rest der Insel harmonieren und im internationalen Wettbewerb „The International Garden and Greenery Exposition“ in Osaka, Japan, für die harmonische Integration in die Umgebung ausgezeichnet wurden. Bereits 1987 präsentiert das „Museum für Neue Kunst“ im damals neu erbauten Neuen Flügel die erste große Ausstellung mit internationaler Ausstrahlung. In den weiteren Jahren folgten wichtige regelmäßige Ausstellungen mit Werken von Künstlern, die das 19. und 20. Jahrhundert geprägt haben, wie Matisse, Kandinsky, Balthus, Giacometti, Klee, Chagall, Rodin, De Chirico, Picasso, Braque, Miró, Toulouse‒Lautrec und viele andere.

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In diesem Sommer präsentiert die Vassilis & Eliza Goulandris Foundation im Museum für Zeitgenössische Kunst auf Andros vom 3. Juli bis 2. Oktober 2022 eine Retrospektive, die der griechischen Bildhauerin Alexandra Athanasiadis gewidmet ist.Titel der Ausstellung: Creating the Intangible.

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Die Ausstellung präsentiert das reiche künstlerische Schaffen der Bildhauerin, die fast fünf Jahrzehnte umfasst. Ohne einer chronologischen Reihenfolge zu folgen, hat der Besucher die Möglichkeit, die vielen Aspekte von Athanasiadis᾽ Werk zu entdecken, von ihren frühen Kindheitswerken bis heute. Die Ausstellung führt uns zunächst in die Werkstatt der Künstlerin, in der sie seit dreißig Jahren kreativ arbeitet. In diesem Raum, der sich in einen üppigen Garten öffnet, der von ihren Kreationen dominiert wird, erschafft, zeichnet, malt, fotografiert Athanasiadis sorgfältig hier und da verstreute Holz-, Metall- und Papierfragmente, die geduldig darauf warten, in Kunstwerke verwandelt zu werden. Von der Werkstatt werden wir an die Strände versetzt, wo Athanasiadis die meisten Materialien für ihre Kreationen findet. Durch die Kombination von Werken verschiedener Techniken und Epochen schafft sie die eine oder andere Installation voller Poesie und Melancholie. Dann entdecken wir einen unbekannten Aspekt ihrer kreativen Karriere: Die Hauptrolle der Abstraktion in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren von Bildhauern wie Henry Moore und Alberto Giacometti, ohne jedoch jemals ihren eigenen, ganz persönlichen, scharfsinnigen Blick zu verlieren.

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Nach einem Sprung von fünfundzwanzig Jahren werden wir in einen Abschnitt versetzt, der ausschließlich Konstantinos Kavafis gewidmet ist, in dem uns Athanasiadis eine unerwartete Welt voller Farben und Sinnlichkeit offenbart. Kavafis Poesie im Lichte von Athanasiadis ermöglicht uns einen natürlichen Übergang zur Welt der Pferde, einem Schlüsselthema ihrer künstlerischen Tätigkeit. Ob aus Metall oder Papier, Pferde drücken aus, was sie als „zwei Teile von [sich selbst]“ beschreibt. Der Teil, der seinen Kopf senkt und vorangeht und tut, was er sollte, und der Teil, der widerspenstig ist und nicht akzeptiert. Den Abschluss der Ausstellung bildet der Bereich, der die zentrale Achse von Athanasiadis᾽ Kunst darstellt: der menschliche Körper. Weibliche und männliche Figuren aus Holz, Metall und Papier, inspiriert von der Mythologie, koexistieren und dominieren. Hier durchdringt ihre Erfahrung die Materie und berührt uns mit entwaffnender Ehrlichkeit, die aber immer von Sensibilität und Zartheit geprägt ist. Die Ausstellung Alexandra Athanasiadis – Shaping the intangible ist eine einzige visuelle Installation, deren Sektionen ineinander übergehen. Für die Konstruktion dieser Erzählung war die Rolle der Künstlerin selbst entscheidend. Alexandra Athanasiadis lebt und arbeitet in Athen. Sie studierte am Franklin College in Lugano und schloss ihr Studium an der Ruskin School of Drawing and Fine Art der Oxford University mit Auszeichnung ab. Sie hat außerdem einen Master of Fine Arts in Bildhauerei von der Columbia University in New York. Sie hat ihre Werke in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen in Athen, Delphi, dem antiken Messina, Poros, Larissa, Thessaloniki, Heraklion, Patmos, Ioannina, Paris, New York, Connecticut, Brüssel, in London und Monte Carlo präsentiert, wo sie 1995 den Princess Grace Foundation Award erhielt. Ihre Werke befinden sich in bedeutenden Sammlungen auf der ganzen Welt.

Alexandra Athanassiades – Shaping the intangible,

Andros ‒ Museum für Zeitgenössische Kunst

Vassilis & Eliza Goulandris Foundation

Dauer der Ausstellung: 3. Juli – 02.10.2022

https://goulandris.gr

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