In einer Atmosphäre, in der die Heiligkeit der Tradition mit der Kraft der Kunst in einen lebendigen Dialog trat, öffnete das Byzantinische und Christliche Museum Athen am Freitag, dem 13. Februar 2026, seine Tore zur Präsentation des Albums von Theophilos (Philis) Kentarchos mit dem Titel „Athonische Impressionen. Ein visueller Ausdruck“.

Das Album stellt eine künstlerische Dokumentation der Athos-Erfahrung des Künstlers in Form von Aquarellen dar. Es vermittelt nicht nur Darstellungen von Klöstern und Gestalten, sondern auch das persönliche Erleben der Präsenz auf dem Berg Athos – einem Ort, der, wie im Rahmen der Präsentation betont wurde, die reine Geografie übersteigt und als lebendiges Monument der Spiritualität und Geschichte wirkt.

Die Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem Apostolischen Dienst der Kirche von Griechenland organisiert wurde, wurde von der stellvertretenden Museumsdirektorin Dr. Kalliopi Phaedra Kalafati eröffnet. In ihrer Begrüßungsansprache unterstrich sie „die Bedeutung des Dialogs zwischen dem historischen Erbe und dem lebendigen künstlerischen Blick des aus Korfu stammenden Malers Theophilos (Philis) Kentarchos“.

In seinem Grußwort erklärte der hochwürdige Protopresbyter Konstantinos Papathanasiou, dass diese Publikation für den Verlag des Apostolischen Dienstes „nicht lediglich eine weitere Veröffentlichung darstellt, sondern einen Akt der Würdigung eines außergewöhnlichen Künstlers und eines weltweit einzigartigen Ortes: des Heiligen Berges Athos“.
„Die Seiten des Albums“, erklärte er, „versuchen nicht, den Berg Athos zu ‚interpretieren‘, sondern ihn zu erhören. Vielleicht ist dies die bescheidenste und zugleich wesentlichste Haltung gegenüber einem Ort, der jede vollständige Darstellung übersteigt. Das Aquarell mit seiner Transparenz, seiner Fluidität und seiner Zerbrechlichkeit scheint in idealer Weise mit der Landschaft des Berges Athos in einen stillen Dialog zu treten. Das Licht, das die Klöster durchflutet, die Schatten, die sich um die steinernen Massen legen, der Nebel, der die Konturen auflöst, das Meer, das den Himmel widerspiegelt – all dies wird nicht mit Nachdruck, sondern in Andeutung wiedergegeben.
Darin liegt die künstlerische Bedeutung des Werkes: Es reproduziert keine Monumente, sondern fängt Atmosphäre ein. Es verzeichnet keine architektonischen Daten, sondern vermittelt das Erleben der Präsenz. Der Künstler steht nicht als bloßer Beobachter; er steht als Pilger der Form und des Lichts.“

Das Album „Athonische Impressionen. Ein visueller Ausdruck“ stellt, wie Ioanna Stoufi-Poulimenou, emeritierte Professorin für Christliche Archäologie und Kunst an der Theologischen Fakultät der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen, hervorhob, eine substanzielle künstlerische und geistige Dokumentation der Beziehung von Theophilos (Philis) Kentarchos zur religiösen Malerei und zur Welt des Athos dar.
In Aquarellen, Zeichnungen und Texten werden seine persönliche Erfahrung, die Spiritualität des Berges Athos sowie die Verbindung von Glaube, Kunst und gelebter griechischer Landschaft sichtbar. Zugleich tritt die innere Suche des Künstlers und seine existenzielle Beziehung zum Mönchtum und zur orthodoxen Tradition hervor.

Dimitris Pavlopoulos, Professor für Kunstgeschichte an der Abteilung für Geschichte und Archäologie der Philosophischen Fakultät der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen, führte aus, dass sich der aus Korfu stammende Maler Theophilos Kentarchos in seinen Aquarellen als Erbe der korfiotischen Tradition erweist, indem er einen eigenständigen Stil ausprägt und Facetten der inneren Welt von Mönchen und Pilgern sichtbar macht.

Ein besonderer Moment war der Auftritt der Tochter des Künstlers, Irene Kentarchou, am Rednerpult. Sie übermittelte Gedanken und Worte ihres Vaters, der die Veranstaltung bewegt mitverfolgte – ein Abend, der sich zu einem Fest des Lebens, der Kunst und der Erinnerung gestaltete, da der Künstler sein 92. Lebensjahr vollendete. Den Abschluss bildete ein musikalisches Programm, das eine mystagogische künstlerische Erfahrung bot und Malerei mit musikalischem Ausdruck verband.

Lebensweg und künstlerisches Wirken

Theophilos Kentarchos wurde 1934 in Ano Korakiana auf Korfu geboren. Er studierte an der Kunstschule von Korfu bei Angelos Kontis, an der Pädagogischen Akademie Zosimaia in Ioannina und setzte seine künstlerischen Studien in Athen im Atelier von Theodoros Drosos sowie in Paris und Italien fort.
27 Jahre lang war er im öffentlichen Schuldienst tätig und wurde von der UNESCO sowie vom griechischen Ministerium für Kultur für seinen Beitrag zu Kunst und Kultur ausgezeichnet.
Er gilt als bedeutender Vertreter des ionischen Kolorits und des griechischen Lichts. Auf dem Heiligen Berg Athos, den er mehrfach besuchte, begegnete er der Mystagogie und den Geheimnissen der byzantinischen Kunst. Seine Laufbahn begann er als Landschaftsmaler, um schließlich zum „Interpreten der menschlichen Seele“ zu werden. Seit 2014 leitet er die traditionsreiche Kunstschule von Korfu.

Quellen, Fotos: amna.gr, https://kerkyraikiapopsi.gr, https://www.orthodoxianewsagency.gr/