Die reiche Geschichte Griechenlands spiegelt sich unter anderem in den zahlreichen historischen Gebäuden im ganzen Land wider. Die Bauweise reicht von der osmanischen und venezianischen Architektur bis hin zum typischen neoklassizistischen Stil. Viele dieser Gebäude, die zunächst als Wohnungen dienten, sind im Laufe der Jahre in Museen, Verwaltungsgebäude und Kulturzentren verwandelt worden.
 

Die malerische Stadt Komotini befindet sich im Rodopi, an der nordöstlichen Ecke Griechenlands, und ist die Hauptstadt der Präfektur Thrakien. Die kulturellen und religiösen Minderheiten der Gegend tragen stark zu dem multikulturellen Charakter von Komotini bei, der sich in der vielfältigen Architektur der Stadt widerspiegelt. 

 
Der ehemalige Gerichtshof von Komotini ist eines der wichtigsten öffentlichen Gebäude der Stadt. Es wurde 1870 von einem holländischen Architekten nach Auftrag des Sultans Abdid Aziz erbaut. Sein architektonischer Stil kennzeichnet sich durch die Verschmelzung von diversen Stilen.
Es ist ein typisches Beispiel der damaligen Verwaltungsgebäude, die hauptsächlich in Istanbul errichtet wurden. Es erstreckt sich auf zwei Geschosse und diente während der osmanischen Besatzung als Regierungsgebäude. 1920 fand in diesem Gebäude die förmliche Übergabe der Stand Komotini an der griechischen Armee statt. Von 1922 bis 2004 wurden dort das Amtsgericht von Rodopi und das Berufungsgericht von Thrakien untergebracht. 
 
An der westlichen Seite der Stadt und in der Nähe von der Ostwand der byzantinischen Burg von Koumoutzinon befindet sich das osmanische Denkmal. Es ist eines der ältesten osmanischen Gebäude in Thrakien und stammt aus dem Ende des 14. Jh. Es besteht aus drei Hallen und wurde im Stil der byzantinischen cloisonné Mauerwerke erbaut. Ursprünglich diente es als Armenhaus, später wurde es in eine Kirche umgewandelt. Das Gebäude wurde mit der Spende des Bistums von Maroneia und Komotini restauriert. Heute beherbergt es das kirchliche Museum des Bistums von Maroneia und Komotini. 
 
tsanakleios2Die Tsanakleion Schule wurde 1907 vom großen Wohltäter Nestor Tsanaklis errichtet. Das imposante dreistöckige neoklassizistische Gebäude diente bis 1909 als Grundschule und nach dem 1. Balkanischen Krieg als Waisenhaus. Danach beherbergte es die Verwaltung von Thrakien, die Präfektur von Rodopi und das Dekanat der Dimokrition Universität von Thrakien. Seit einigen Jahren gehört das Gebäude zu der Gemeinde von Komotini und wird einer größeren Renovierung unterzogen, um es zu einem Kulturzentrum umzubauen.(Art.S)