Mit der Unterzeichnung des Bauvertrags für das Holocaust-Museum Griechenlands am 23. Januar 2026 wird ein historischer Meilenstein für das kollektive Gedächtnis und das historische Selbstverständnis des Landes gesetzt. Damit tritt ein Projekt von nationaler und internationaler Bedeutung aus der Planungsphase in die Phase der konkreten Umsetzung ein.

Der Vertrag wurde zwischen der Jüdischen Gemeinde von Thessaloniki und dem Baukonzern METKA S.A. unterzeichnet und besiegelt den Beginn der Errichtung eines Museums, das den Anspruch hat, als lebendiger Ort der Erinnerung, der Bildung und der historischen Verantwortung für kommende Generationen zu wirken.

Für die Umsetzung des Projekts bleibt die Unterstützung der Spender von entscheidender Bedeutung, insbesondere jene der griechischen Regierung, der Bundesrepublik Deutschland, der Stavros-Niarchos-Stiftung (SNF), der Tavma Foundation sowie der Genesis Prize Foundation – letztere durch die Spende von Albert Bourla. Wie hervorgehoben wurde, hat diese Unterstützung maßgeblich zur Reifung und Weiterentwicklung des Projekts beigetragen.

„Die heutige Unterzeichnung des Vertrags markiert den Übergang von der Planung zur Umsetzung. Das Holocaust-Museum Griechenlands ist ein nationales Projekt des Gedenkens und der Verantwortung – ein Projekt, das das gesamte Land und die kommenden Generationen betrifft“, betonte David Saltiel, Präsident der Jüdischen Gemeinde Thessaloniki, des Zentralrats der Juden in Griechenland sowie des Holocaust-Museums.

Bei der Unterzeichnung des Vertrags waren seitens der Gründungsdonatoren des Holocaust-Museums Griechenlands Panagiotis Pikrammenos als Vertreter der griechischen Regierung, Mark Strohmenger, deutscher Konsul am Generalkonsulat in Thessaloniki, sowie Eleni Agouridi von der Stavros-Niarchos-Stiftung (SNF) anwesend.

Der ehemalige Ministerpräsident und frühere Präsident des Staatsrates, Panagiotis Pikrammenos, bezeichnete den heutigen Tag als einen „Tag der Freude und der tiefen Emotion“. „Es handelt sich um ein Projekt, um eine Vision von Yannis Boutaris, die sich unser Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis zu eigen gemacht hat und weiterhin unterstützt. Es ist ein Projekt, das wir der Stadt Thessaloniki schulden“, betonte er und fügte hinzu: „Das Wasser ist ins Flussbett gelangt – das Museum wird realisiert werden und ein wahres Juwel sein.“

Der deutsche Konsul Mark Stohmenger sprach von einem sehr bedeutenden Projekt. „Dieses Projekt ist in unserer heutigen Zeit, in einer Epoche, in der sich die Welt zunehmend voneinander entfernt, von großer Bedeutung“, betonte er und hob hervor, wie wichtig es sei, sich an die Vergangenheit zu erinnern und aus ihr zu lernen.

Das Holocaust-Museum Griechenlands wird auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs von Thessaloniki errichtet – einem Ort, der untrennbar mit der Erinnerung an die deportierten Juden der Stadt verbunden ist. Die Gesamtkoordination und Projektsteuerung liegen bei dem Unternehmensverbund Samaras & Associates S.A. – Hill International, der als Projektmanager fungiert.

Der Präsident von „Samaras & Associates“, Dimitris Samaras, der bei der heutigen Vertragsunterzeichnungszeremonie anwesend war, erklärte: „Dies ist kein Projekt wie all jene, die wir sonst realisieren. Es ist ein Projekt der Verantwortung, mit der historischen Bedeutung und dem Gewicht, das ihm gebührt.“ Er fügte hinzu, dass es sich um ein „emblematisches Projekt“ für die Stadt handle.

Die Bauzeit des Projekts wird auf rund zwei Jahre geschätzt. Das Holocaust-Museum Griechenlands soll sich zu einem internationalen Zentrum der Erinnerung, der Bildung und der Forschung entwickeln und bedeutende sowie vielfältige Vorteile für Thessaloniki und das gesamte Land mit sich bringen.

Quelle, Fotos: amna.gr