Die Nationale Strategie zum Schutz des Kulturerbes vor den Auswirkungen des Klimawandels wurde kürzlich von Kulturministerin Lina Mendoni im Auditorium des Akropolis-Museums vorgestellt.

„Dies ist der erste systematische Versuch, die Klimadimension in das Management, den Schutz und die Förderung des Kulturerbes in Griechenland zu integrieren, und einer der wenigen weltweit, der aktualisierte und verlässliche Leitlinien einbezieht und zusammenführt“, betonte Lina Mendoni in Bezug auf das Projekt, das internationale Standards der UN und der EU integriert. (Titelbild: Die archäologische Stätte Delos, Quelle: Kulturministerium)

Die Nationale Strategie wurde im Rahmen des Projekts „Schutz ikonischer Stätten und Denkmäler des Kulturerbes vor dem Klimawandel“ entwickelt, das mit 22.000.000 € aus der Aufbau- und Resilienzfazilität finanziert wird. Dieses Projekt ist Teil der nationalen Bemühungen zur Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels im Kultursektor und stellt einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des kulturellen Erbes des Landes dar.

Die Nationale Strategie wurde vom Kulturministerium über die Direktion für prähistorische und klassische Altertümer in Zusammenarbeit mit der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen sowie der Nationalen Hellenischen Forschungsstiftung erarbeitet. Grundlage bildeten detaillierte Klimarisikoanalysen, in denen Bedrohungen wie Waldbrände, Überschwemmungen, extreme Hitze, Erdrutsche und Küstenerosion untersucht wurden. Ihre Entwicklung und Umsetzung erfolgten in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Klimakrise und Katastrophenschutz sowie dem Ministerium für Umwelt und Energie, um einen ganzheitlichen und koordinierten Ansatz zum Schutz des Kulturerbes vor den Auswirkungen des Klimawandels sicherzustellen. (Quelle: https://www.amna.gr, https://www.culture.gov.gr)

Zu den Schlüsselelementen der Strategie gehören:

• Klimarisikobewertungen im ganzen Land unter Berücksichtigung von Exposition, Vulnerabilität und Gefährdungsniveaus
• Präventive Infrastrukturprojekte, darunter Brandschutz-, Hochwasserschutz- und Maßnahmen zur Hangsicherung an gefährdeten archäologischen Stätten
• Digitale Werkzeuge und Plattformen zur Risikobewertung und zur Auswahl maßgeschneiderter Anpassungsmaßnahmen
• Überwachungs- und Evaluierungssysteme im Einklang mit internationalen Indikatoren der COP30 (2025) in Belém, Brasilien
• Schulungsprogramme für Mitarbeitende des Kulturministeriums zu Maßnahmen der Klimaanpassung
• Internationale Zusammenarbeit mit den UN, der UNESCO und EU-Initiativen zur Integration des Kulturerbes in globale Klimaschutzmaßnahmen

(Quelle: https://www.tovima.com/culture/greece-unveils-plan-to-protect-monuments-from-climate-change/)

Genauer gesagt zielt die Nationale Strategie darauf ab, die internationale Zusammenarbeit zu fördern, die unter anderem folgende Initiativen umfasst:

• Etablierung eines Rahmens für die Zusammenarbeit mit 54 weiteren Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (Gruppe der Freunde für kulturbasierte Klimaschutzmaßnahmen), um das Kulturerbe in die Prioritäten der UNFCCC (Anpassung und Minderung) zu integrieren
• Aufrechterhaltung einer systematischen Zusammenarbeit mit der UNESCO und anderen internationalen Organisationen
• Teilnahme an der Arbeitsgruppe der Europäischen Union zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Kulturerbes gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels
• Einrichtung eines spezifischen Programms im Forum der antiken Zivilisationen sowie Ausarbeitung eines Kooperationsmemorandums mit allen Mitgliedstaaten; darüber hinaus Aufbau eines Netzwerks von Kontaktstellen innerhalb des Forums, um die Koordination und Kohärenz der Aktivitäten im Bereich des Kulturerbeschutzes vor den Auswirkungen des Klimawandels sicherzustellen
• Teilnahme an nationalen und internationalen Forschungsinitiativen

(Quelle: https://www.culture.gov.gr)

Brandschutzsysteme an der archäologischen Stätte Mystras. Im Rahmen des Projekts wurden zudem Infrastruktur- und Risikomanagementmaßnahmen umgesetzt, darunter die Installation von Brandschutzsystemen in Philippi und Mystras, Hochwasserschutzmaßnahmen in Dion und Malia sowie Maßnahmen zur Verringerung von Erdrutschen und Felsstürzen in Delphi. Diese Maßnahmen spiegeln deutlich den Übergang von wissenschaftlicher Erkenntnis und strategischer Planung hin zur Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen wider.

Ministerin Lina Mendoni betonte unter anderem, dass „das Kulturministerium seit 2019 ein umfassendes Programm zur Identifizierung und Bewertung von Klimarisiken sowie zur Prävention und zur Stärkung der Resilienz im Einklang mit internationalen Standards und der übergeordneten nationalen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel umsetzt.“ Unser Ziel ist es, dass sie als Referenzrahmen für alle relevanten staatlichen Institutionen beim Schutz von Denkmälern und archäologischen Stätten dient und zugleich die Integration des Kulturerbemanagements in die Klimaresilienz fördert. Die Nationale Strategie folgt einem langfristigen Plan mit einem Zeithorizont bis 2050 und sieht Zwischenziele im Fünfjahresrhythmus vor. Sie umfasst Anpassungspläne für 40 archäologische Stätten bis 2030 und nutzt moderne Technologien sowie Planungsinstrumente.

„Die Nationale Strategie ist entlang von vier Handlungssäulen aufgebaut: Diagnose, Monitoring, Prävention und Reaktion. Diese Säulen wirken nicht isoliert, sondern in einem miteinander vernetzten und funktional aufeinander aufbauenden System. Sie bilden einen einheitlichen Risikomanagementkreislauf: Er beginnt mit dem wissenschaftlichen Verständnis der Bedrohungen, setzt sich mit systematischem Monitoring fort, organisiert Präventionsmaßnahmen und mündet schließlich in gezielte Maßnahmen vor Ort.“ Dies ist eine Struktur, die es ermöglicht, die Strategie in konkrete öffentliche Politik umzusetzen“, fügte L. Mendoni hinzu. „Sie ist Teil eines umfassenderen, dynamisch sich entwickelnden internationalen, europäischen und nationalen institutionellen Rahmens, der in den letzten Jahren schrittweise einen neuen Ansatz für Umweltgovernance und Klimapolitik geprägt hat.“

Bereitschaftsübung in Mystras

Der Minister für Klimakrise und Katastrophenschutz, Giannis Kefalogiannis, erklärte: „Der Schutz von Denkmälern darf sich nicht länger auf die Restaurierung nach Schadensereignissen beschränken, sondern muss auf Prävention, Vorsorge und systematischer Planung beruhen.“ Er verwies unter anderem auf die in den vergangenen Jahren entwickelte Zusammenarbeit zwischen dem Kulturministerium und dem Ministerium für Klimakrise und Katastrophenschutz. Diese wurde 2021 mit der Unterzeichnung eines Kooperationsmemorandums begründet und in den Folgejahren durch gezielte Maßnahmen – insbesondere zur Bewältigung des Waldbrandrisikos – weiter gestärkt.

Zudem hob er die Entwicklung einer speziellen Brandschutzverordnung für archäologische Stätten und Denkmäler hervor, die von beiden Ministerien gemeinsam erarbeitet wird. Diese Verordnung sieht konkrete Präventionsmaßnahmen vor, darunter die systematische Vegetationspflege, die Verbesserung der Zugänglichkeit für Feuerwehrkräfte, die Einrichtung sicherer Evakuierungswege für Besucher und Mitarbeitende sowie die Stärkung der Einsatzbereitschaft in Notfallsituationen.

Im minoischen Palast von Malia im Norden Kretas tragen ein integriertes Entwässerungssystem sowie verbesserte Schutzdächer dazu bei, die archäologische Stätte vor Niederschlägen und Erosion zu schützen.

Die Nationale Strategie zum Schutz des Kulturerbes vor den Auswirkungen des Klimawandels stellt die erste umfassende nationale Initiative zur Bewertung von Klimarisiken und zur Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen zum Schutz des Kulturerbes dar. Die entwickelte Methodik basiert auf einem multidimensionalen Ansatz zur Klimarisikobewertung und wurde an 19 archäologischen Stätten im ganzen Land pilotweise angewendet. Sie dient als Referenzrahmen für alle relevanten institutionellen und administrativen Ebenen – das Kulturministerium, insbesondere die Ephoren für Altertümer, die zuständigen Ministerien, regionale und lokale Behörden sowie akademische und Forschungseinrichtungen und lokale Gemeinschaften – und stärkt damit die Verbindung zwischen Kulturerbemanagement und Klimaresilienz.

Gleichzeitig stellt sie ein dynamisches strategisches Planungsinstrument dar, das an neue wissenschaftliche Erkenntnisse, aktualisierte Klimaprojektionen und sich wandelnde Anforderungen an den Schutz und das Management des Kulturerbes angepasst werden kann.

(Quellen: https://www.amna.gr, https://www.culture.gov.gr)

Originaltext: Greek News Agenda,Greece Unveils National Strategy to Protect Cultural Heritage from Climate Change