Zu Beginn ihres zweiten Jahrhunderts unternahm die Akademie von Athen einen bedeutenden Schritt der Öffnung nach außen mit klarer internationaler Ausrichtung. Das Eröffnungssymposium des „Internationalen Koinon der Akademien“, das am 9. und 10. Februar im historischen neoklassizistischen Gebäude an der Panepistimiou-Straße stattfand, wurde erfolgreich abgeschlossen und markierte den offiziellen Beginn einer neuen gemeinsamen Organisation, die mehrere Akademien unter einem institutionellen Dach vereint.
Diese neue Einrichtung versteht sich als dauerhafte Plattform strukturierter Zusammenarbeit und soll als stabiler Bezugspunkt für den weltweiten wissenschaftlichen Dialog dienen. Die „Internationale Gemeinschaft (Koinon) der Akademien“ wurde auf Initiative der Akademie von Athen ins Leben gerufen und vereint bereits 37 Akademien aus aller Welt. Ihre Gründung fiel mit der Vollendung des hundertsten Jahres seit der Errichtung der Akademie zusammen und verlieh dem Vorhaben eine starke symbolische Dimension.

Die Inspiration schöpft sich aus den Werten der Platonische Akademie, und die Zielsetzung ist klar umrissen: Es soll ein dauerhafter, im Vierjahresrhythmus stattfindender Zyklus von Begegnungen etabliert werden, der die Naturwissenschaften, die Sozial- und Geisteswissenschaften sowie die Künste und die Literatur miteinander in einen lebendigen Dialog bringt. Die thematische Ausrichtung des Symposiums spannte einen weiten Bogen und spiegelte die zentralen Herausforderungen unserer Zeit wider. Künstliche Intelligenz, die Klimakrise, der Schutz des kulturellen Erbes sowie die Resilienz von Gesellschaften im Anthropozän bildeten die maßgeblichen Diskussionsachsen und unterstrichen den ausgeprägt interdisziplinären Charakter der Initiative.

Interdisziplinärer Dialog über die Herausforderungen der Gegenwart
An den Beratungen nahmen herausragende Akademiemitglieder, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Intellektuelle aus Griechenland und dem Ausland teil.
Die Beiträge spannten einen thematischen Bogen von der Analyse der Innovation und den Perspektiven der europäischen Wirtschaft bis hin zur ethischen Dimension nachhaltiger Entwicklung im globalen Maßstab. Erörtert wurden die geopolitischen Entwicklungen im Schwarzes Meer, die Transformationsprozesse hin zu mehr Nachhaltigkeit, der Einsatz Künstliche Intelligenz sowohl in der archäologischen Forschung als auch in den Wissenschaften insgesamt sowie das Verhältnis von technologischem Fortschritt und Humanismus.
m Rahmen der thematischen Einheit „Künstliche Intelligenz, menschliche Gesundheit und Intelligenz“ beleuchteten die Beiträge insbesondere die vielfältigen Dimensionen der Künstlichen Intelligenz. – von ihren ökonomischen und kollektiven Implikationen über ihren Beitrag zur Informatikforschung bis hin zu den Grenzen des maschinellen Lernens im Vergleich zur Funktionsweise des menschlichen Gehirns sowie den Perspektiven der Genommedizin für die zukünftige Entwicklung des Gesundheitswesens.

Die Klimakrise stand ebenfalls im Mittelpunkt der Beratungen. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Internationalen Gemeinschaft der Akademien, Christos Zerefos, stellte die laufenden Initiativen zur systematischen Beobachtung und Bewertung der Auswirkungen der Klimakrise auf die Welterbestätten der UNESCO im Mittelmeerraum vor.
Themen wie Naturkatastrophen und Krisenmanagement ergänzten die Tagesordnung. Den Abschluss der Tagung bildeten Beiträge, die von der klassischen bis zur modernen Physik reichten, sowie die Präsentation der Platonische Akademie als lebendiges archäologisches und urbanes Ensemble.
Laut Plan soll die Arbeit des „Internationalen Koinon der Akademien“ alle vier Jahre in der Ausrichtung der Weltolympiade des Geistes gipfeln. Ziel ist es, Athen und den Standort der Platonische Akademie als zeitlose Bezugspunkte für den internationalen Wissensdialog hervorzuheben. In einer Epoche, in der globale Herausforderungen Grenzen und wissenschaftliche Disziplinen überschreiten, liegt die Aufgabe dieser neuen Initiative nicht allein in ihrer institutionellen Etablierung, sondern insbesondere in ihrem substanziellen Beitrag zu einem Dialog mit tatsächlicher Wirkung.
Quelle: ertnews.gr
(Titelbild ©Theodoros Anagnostopoulos, Quelle: kathimerini.gr)




