Das Webportal „Study in Greece“ setzt sich für die Förderung und internationale Sichtbarkeit griechischer Universitäten sowie der vergleichenden Bildungsvorteile Griechenlands ein. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen insbesondere die fremdsprachigen Studiengänge, die griechische Universitäten sowohl griechischen als auch internationalen Studierenden anbieten. Die Initiative wird vom Generalsekretariat für Hochschulbildung des Ministeriums für Bildung und Religionsangelegenheiten sowie vom Generalsekretariat für Auslandgriechen und Öffentliche Diplomatie des Außenministeriums unterstützt. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig verschiedene Bildungsprogramme und Initiativen ausführlich vorgestellt, darunter Bachelor- und Masterstudiengänge, Summer Schools usw., um internationale Studierende über die zahlreichen fremdsprachigen Studienangebote griechischer Universitäten zu informieren.

George L. Adonakis (oben links) ist Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Patras. George C. Kagadis (unten links) ist Professor für Medizinische Physik und Medizinische Informatik an der Universität Patras mit Schwerpunkt auf biomedizinischer Bildgebung, Datenanalyse und Gesundheitstechnologien. Darüber hinaus ist er Direktor des englischsprachigen Medizinstudiengangs.
„Study in Greece“ interviewte die Professoren George L. Adonakis und George C. Kagadis über den neu eingerichteten englischsprachigen Medizinstudiengang an der Universität Patras. Im Mittelpunkt standen dessen wichtigste Merkmale sowie die Möglichkeiten, die er internationalen Studierenden bietet, darunter ein moderner Lehrplan, eine fundierte klinische Ausbildung, internationale Ausrichtung und Unterstützung für Studierende aus dem Ausland.

Bitte geben Sie uns einen Überblick über den neuen internationalen Medizinstudiengang der Universität Patras, seine Programmstruktur und seine wichtigsten Forschungsbereiche.
Das English Medical Program (EMP) der Universität Patras ist ein sechsjähriger medizinischer Studiengang mit 360 ECTS-Punkten, der vollständig in englischer Sprache angeboten wird und jährlich fünfzig Studierende aufnimmt. Das Curriculum ist in drei integrierte Ausbildungsphasen gegliedert: eine vorklinische Grundlagenphase in den ersten beiden Studienjahren, eine klinische Phase vom dritten bis zum fünften Jahr sowie ein spezielles klinisches Ausbildungsmodul im fünften und sechsten Jahr am Universitätsklinikum Patras (PGNP) – einem der größten Universitätskrankenhäuser Griechenlands – sowie am Universitären Gesundheitszentrum.
Wir haben uns bewusst von einem ausschließlich vorlesungsorientierten Unterrichtsmodell entfernt und stattdessen fallbasierte Diskussionen, Unterricht in Kleingruppen, Laborpraktika, simulationsgestütztes Training klinischer Fertigkeiten bereits ab den ersten Semestern sowie hybride digitale Lernformen integriert. Dadurch wird jedes Themengebiet von entsprechend spezialisierten Lehrkräften in dem jeweils didaktisch am besten geeigneten Format vermittelt.
Die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät – die unmittelbar in die Lehre einfließen – umfassen Molekularbiologie und Genetik, Neurowissenschaften, Onkologie, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen, Medizinische Physik und biomedizinische Bildgebung, Public Health sowie translationale klinische Forschung. Unterstützt werden diese Bereiche durch modern ausgestattete Labore, zentrale Forschungsinfrastrukturen und ein weitreichendes Netzwerk internationaler Kooperationen. Ein besonderes Merkmal des EMP ist zudem, dass die Studierenden während der ersten sechs Semester Griechischkurse besuchen, damit sie bei ihren intensiven klinischen Einsätzen sinnvoll und effektiv mit Patientinnen und Patienten sowie Kolleginnen und Kollegen kommunizieren können. Die Studiengebühren betragen 12.000 € pro Jahr; darüber hinaus werden jährlich einige leistungs- und bedarfsorientierte Stipendien vergeben.

Wie fügt sich die Einrichtung des Studiengangs in die Strategie der Universität Patras zur Internationalisierung und internationalen Öffnung ein?
Das EMP ist ein konkreter Ausdruck einer Strategie, die die Universität Patras bereits seit mehreren Jahren verfolgt: den Wandel von einer angesehenen nationalen Hochschule hin zu einer wirklich internationalen Universität. Ein englischsprachiger Medizinstudiengang gehört zweifellos zu den anspruchsvollsten Vorhaben, die eine Universität realisieren kann. Er setzt eine ausgereifte Forschungsinfrastruktur, eine ausreichende Zahl englischsprachiger Lehrender, ein großes Universitätsklinikum sowie die administrativen Kapazitäten voraus, internationale Studierende umfassend zu betreuen. Dass die Universität Patras all dies leisten kann, verdeutlicht die Stellung, die die Institution heute erreicht hat.
Über den Studiengang selbst hinaus stärkt das EMP unsere Kooperationen mit internationalen akademischen Zentren, zieht Lehrende und Forschende aus dem Ausland an und bringt – besonders wichtig – eine vielfältige internationale Studierendengemeinschaft auf unseren Campus. Dadurch wird das Studienerlebnis für alle Studierenden in Patras bereichert – sowohl für griechische als auch für internationale Studierende.
Ihr Programm ist das erste internationale Studienprogramm der Universität Patras auf Bachelor-Niveau. Würden Sie sagen, dass dies erst der Anfang vieler weiterer Programme ist?
Ja, das würde ich sagen – und ich denke, dass dies genau die richtige Zielsetzung für die Universität ist. Die Einführung eines englischsprachigen Bachelorstudiengangs, insbesondere eines so anspruchsvollen wie der Medizin, schafft institutionelle Strukturen und Kompetenzen, die weit über einen einzelnen Fachbereich hinausreichen: standardisierte internationale Zulassungsverfahren, Unterstützung für Bewerberinnen und Bewerber aus Nicht-EU-Staaten, akademische Beratung in englischer Sprache sowie Qualitätssicherung nach internationalen Standards. Sobald diese Infrastruktur etabliert ist, können andere Fakultäten deutlich leichter darauf aufbauen, als wenn jede bei null beginnen müsste. Medizin ist aufgrund der anhaltend hohen internationalen Nachfrage nach qualitativ hochwertiger englischsprachiger medizinischer Ausbildung in Europa ein naheliegender erster Schritt. Ich gehe jedoch fest davon aus, dass die Universität Patras in den kommenden Jahren weitere englischsprachige Bachelorstudiengänge anbieten wird.

Welche Art von studentischem Leben können Bewerberinnen und Bewerber in Ihrem Studiengang erwarten?
Patras zählt zu den freundlichsten Studierendenstädten Griechenlands – eine Küstenstadt mit rund 200.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, groß genug, um kosmopolitisch zu wirken, und zugleich klein genug, damit sich Studierende schnell zuhause fühlen. Unser Campus liegt am Golf von Patras mit Blick auf die Berge des griechischen Festlands. Die Studierenden bewegen sich mühelos zwischen Hörsälen, Laboren, dem Universitätsklinikum, Cafés und dem Meer. Das EMP nimmt jährlich fünfzig Studierende aus der ganzen Welt auf und schafft dadurch eine enge, multikulturelle Gemeinschaft, in der schnell Freundschaften entstehen, die kulturelle und geografische Grenzen überwinden.
Neben dem Studium haben die Studierenden Zugang zu sämtlichen Einrichtungen der Universität Patras – darunter Bibliotheken, Sport- und Hochschulvereine, kulturelle Gesellschaften und studentische Organisationen – sowie zum Erasmus+-Mobilitätsnetzwerk für Austauschprogramme in Europa und darüber hinaus. Da wir während der ersten drei Studienjahre Griechischunterricht anbieten, integrieren sich unsere internationalen Studierenden auf eine Weise in das lokale Leben, die für englischsprachige Studiengänge eher ungewöhnlich ist: Sie können sich mit dem Bäcker unterhalten, die Nachrichten verstehen und selbstständig durch das Land reisen.
Natürlich ist auch Griechenland selbst ein wesentlicher Teil dieser Erfahrung – seine Geschichte, die Inseln, die Küche und ein Lebensrhythmus, den unsere Studierenden nach eigener Aussage schnell schätzen und lieben lernen.

Könnten Sie kurz auf die klinische Ausbildung der Studierenden in Ihrem Studiengang eingehen?
Die klinische Ausbildung bildet das Herzstück dieses Studiengangs und wurde bewusst praxisorientiert strukturiert. Bereits in den ersten Semestern erwerben die Studierenden grundlegende klinische Fertigkeiten in einer Simulationsumgebung unter Anleitung erfahrener klinischer Lehrender. Dadurch sind sie mit den Grundlagen der Patientenuntersuchung, der Kommunikation sowie wichtigen klinischen Verfahren bereits vertraut, bevor sie erstmals auf einer Krankenhausstation eingesetzt werden.
Ab dem dritten Studienjahr erfolgt die klinische Lehre in integrierter Form: Naturwissenschaftliche Grundlagen werden parallel zu den entsprechenden klinischen Fächern vermittelt, sodass die Studierenden theoretisches und klinisches Wissen gleichzeitig und nicht nacheinander aufbauen. Jede Studierende und jeder Studierende führt zudem ein klinisches Logbuch, in dem die zu erwerbenden und nachzuweisenden Kompetenzen dokumentiert werden. Die vollständige Absolvierung dieses Logbuchs ist Voraussetzung für die Teilnahme an den klinischen Abschlussprüfungen.
Der Großteil der klinischen Ausbildung findet am Universitätsklinikum Patras statt, einem großen tertiären Versorgungszentrum, das das gesamte Spektrum medizinischer und chirurgischer Fachrichtungen abdeckt. Ergänzt wird diese Ausbildung durch Einsätze im Universitären Gesundheitszentrum, das den Studierenden Einblicke in die Primärversorgung vermittelt.
Das fünfte und sechste Studienjahr sind vollständig der klinischen Praxis gewidmet – faktisch zwei volle Jahre betreuter praktischer Rotationen. In dieser Zeit vertiefen die Studierenden ihre bisherigen Kenntnisse und übernehmen schrittweise die Rolle von Ärztinnen und Ärzten in der Weiterbildung.
Welchen Stellenwert genießen Studierende nach ihrem Abschluss und welche Möglichkeiten für Facharztausbildungen oder Spezialisierungen bestehen?
Absolventinnen und Absolventen des EMP erhalten den medizinischen Abschluss der Universität Patras – denselben Abschluss, der auch den Studierenden des griechischsprachigen Studiengangs verliehen wird, ohne jegliche Unterscheidung auf dem Diplom. Da der Abschluss von einer griechischen staatlichen Universität vergeben wird, die von der Hellenischen Behörde für Hochschulbildung akkreditiert ist, wird er gemäß der EU-Richtlinie 2005/36/EG über die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen automatisch in der gesamten Europäischen Union anerkannt. Dies bedeutet, dass Absolventinnen und Absolventen nach Erfüllung der jeweiligen nationalen Zulassungsvoraussetzungen in jedem EU-/EWR-Mitgliedstaat eine Facharztausbildung beginnen und ärztlich tätig werden können.
Auch außerhalb der Europäischen Union sind unsere Absolventinnen und Absolventen hervorragend darauf vorbereitet, die Zulassungsprüfungen abzulegen, die den Zugang zu den wichtigsten internationalen Gesundheitssystemen ermöglichen – darunter das USMLE in den Vereinigten Staaten, das PLAB/UKMLA im Vereinigten Königreich, das MCCQE in Kanada sowie vergleichbare Prüfungsverfahren in Australien, den Golfstaaten und weiteren Ländern. Unser Curriculum orientiert sich bewusst an internationalen Standards, damit die Studierenden auf diese Prüfungen nicht zusätzlich separat vorbereitet werden müssen, sondern diese Vorbereitung ein natürlicher Bestandteil ihres Studiums ist.
In Griechenland können Absolventinnen und Absolventen in das nationale Weiterbildungssystem für sämtliche medizinische Fachrichtungen eintreten. Kurz gesagt: Ein Abschluss des EMP ist eine international anerkannte Qualifikation, und die Entscheidung darüber, wo und in welchem Fachgebiet man sich spezialisieren möchte, liegt ganz bei den Absolventinnen und Absolventen.
Bewerbungen sind ab sofort möglich. Weitere Informationen finden Sie hier: https://apply.studyingreece.edu.gr/en/programmes/bsc/1732/details/medical-degree-by-university-of-patras
Originaltext: Greek News Agenda, International Program Stories – Medical Degree at the University of Patras




