Die Jubiläumsausstellung „Gennadius 100: Ein Jahrhundert der Inspiration“ (1.4.–26.7.2026) erzählt die Geschichte der Gennadius-Bibliothek anhand von rund 100 Exponaten – entsprechend der Anzahl der Jahre seit ihrer Gründung. Die Gennadius-Bibliothek der American School of Classical Studies at Athens, eine der bedeutendsten intellektuellen Institutionen des Landes, ist eine wahre Schatzkammer des Wissens, außergewöhnlicher Sammlungen und seltener Bücher – einige davon werden in dieser Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Die ausgestellten Objekte bieten den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, eine Welt zu erkunden, in der Geschichte, Kunst und Forschung nebeneinander bestehen. Von Materialien, die die Entwicklung des Hellenismus von der Antike bis in die Gegenwart nachzeichnen, über persönliche Archive bedeutender Persönlichkeiten bis hin zu seltenen historischen Karten des östlichen Mittelmeerraums entfaltet sich ein vielschichtiges Panorama, das sowohl die Geschichte der Bibliothek als auch den weiteren Verlauf des Hellenismus selbst erzählt.


Die Gennadius-Bibliothek: Die Gennadius-Bibliothek wurde 1926 mit der 26.000 Bände umfassenden Sammlung des Diplomaten und Bibliophilen Joannes Gennadius eröffnet und beherbergt heute rund 145.000 Titel seltener Bücher und Einbände, Forschungsmaterialien, Manuskripte, Archive und Kunstwerke, die den Hellenismus, Griechenland und benachbarte Kulturen von der Antike bis in die Neuzeit beleuchten. Seltene Karten des Mittelmeerraums, frühe Ausgaben von Homers Ilias und Odyssee sowie ein Lorbeerkranz von Lord Byron zählen zu den einzigartigen Objekten der Sammlung. Neben ihrer Funktion als international renommierte Bibliothek und Forschungseinrichtung ist sie durch öffentliche Vorträge, Seminare, Konzerte, Ausstellungen und Publikationen ein aktiver Teil des kulturellen Lebens in Athen und darüber hinaus.



Rund 100 ausgewählte Objekte – seltene Bücher, Manuskripte, Kunstwerke, Karten und Archivmaterialien – zeichnen die Entwicklung einer Institution nach, die sich von einer privaten Sammlung zu einem internationalen Forschungszentrum gewandelt hat. Die Exponate, ergänzt durch Fotografien und audiovisuelle Medien, beleuchten nicht nur die Sammlung selbst, sondern auch die Menschen dahinter: Sammler, Förderer, Forschende und Bibliothekarinnen und Bibliothekare, die die Identität der Gennadius-Bibliothek geprägt haben.
„Die Ausstellung ist nicht nur ein Rückblick auf die Vergangenheit, sondern auch ein Ausgangspunkt für die Zukunft. Sie hebt die Dynamik des Wissens als einen lebendigen Prozess hervor, der sich kontinuierlich weiterentwickelt“, erklärt die Direktorin der Gennadius-Bibliothek, Maria Georgopoulou, die gemeinsam mit der Leiterin der Bibliothek, Irene Solomonidi, die Ausstellung kuratiert hat.

Als zusammenhängende Erzählung konzipiert, ist die Ausstellung in zehn thematische Abschnitte gegliedert, die Folgendes präsentieren:
- „Die Vision“ – die Entstehung der Sammlung von Ioannis Gennadios
- „Die Gründung“ – die Entstehung der Bibliothek als Institution
- „Das Vermächtnis“ – die Schenkungen, die sie prägten
- „Die Sammlungen“ – seltene Bücher, Manuskripte und Archive
- „Jenseits des Buches“ – Kunstwerke, Karten und visuelle Materialien
- „Die Menschen“ – die Persönlichkeiten hinter der Bibliothek
- „Forschung“ – ihr Beitrag zu den Geisteswissenschaften
- „Netzwerke“ – ihre internationale Präsenz und Zusammenarbeit
- „Eine Bibliothek ohne Grenzen“ – ihr kulturelles Engagement
- „Die Zukunft“ – ihr digitaler Wandel und ihre Rolle im 21. Jahrhundert

Die Ausstellungsbereiche sind im I.-Makriyannis-Flügel im Athener Stadtteil Kolonaki so angeordnet, dass die Besucher verschiedene Wege einschlagen können – historische, thematische und erfahrungsbezogene –, die jeweils eine eigene Interpretation der Gennadius-Bibliothek ermöglichen. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Zu den seltenen Ausgaben, die unter anderem in der Ausstellung präsentiert werden, gehören:
• Die Grammatik von Laskaris, die erste datierte griechische Ausgabe, die den Beginn des griechischen Buchdrucks im Westen markiert.
• Die Athener Ausgabe der „Lyrischen und bacchischen Gedichte“ von Athanasios Christopoulos, das erste in der Stadt gedruckte griechische Buch (1825).
• Die erste Ausgabe von Lukian, 1496 in Florenz von Lorenzo de Alopa gedruckt und von Janus Laskaris herausgegeben.
• Die erste Ausgabe der Werke Homers (Florenz, 1488), herausgegeben vom griechischen Gelehrten Demetrios Chalkokondyles.
• Die Gesamtausgabe der Werke des Aristoteles, erstmals in Venedig in fünf Bänden gedruckt (1495–1498), das erste große verlegerische Unternehmen von Aldus Manutius.

• Die erste gedruckte Ausgabe von „Erotokritos“ von Vitsentzos Kornaros, 1713 in Venedig von Antonio Bortoli veröffentlicht.
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Ausstellung „Gennadius-Bibliothek 100: Ein Jahrhundert der Inspiration“, American School of Classical Studies at Athens
Quellen: amna.gr, Greek News Agenda, “Gennadius Library 100. A Century of Inspiration”
Photos: https://www.facebook.com/GennadiusLibrary/




