Das Webportal Study in Greece engagiert sich für die Förderung und internationale Sichtbarkeit griechischer Universitäten sowie für die Darstellung der vergleichenden Vorteile des griechischen Bildungssystems. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen insbesondere die fremdsprachigen Studiengänge, die griechische Universitäten sowohl griechischen als auch internationalen Studierenden anbieten.
Die Initiative wird vom Generalsekretariat für Hochschulbildung des Ministeriums für Bildung und Religion sowie vom Generalsekretariat für Griechen im Ausland und für öffentliche Diplomatie des Außenministeriums unterstützt. In diesem Rahmen werden regelmäßig verschiedene Bildungsprogramme und Maßnahmen ausführlich vorgestellt, darunter Bachelor- und Masterstudiengänge, Sommerschulen usw., um internationale Studierende über die vielfältigen fremdsprachigen Angebote griechischer Universitäten zu informieren.

Panagiotis Partsinevelos ist Professor für Weltrauminformatik und unbemannte Systeme sowie Direktor des Labors für Geodäsie und Geoinformatik der Fakultät für Mineralressourcen-Ingenieurwesen an der Technischen Universität Kreta. Zudem ist er Direktor des Masterstudiengangs „Nachhaltige Technologien für Energieressourcen und Rohstoffe“.
Study in Greece interviewte Professor Panagiotis Partsinevelos zu diesem Masterstudiengang, seinen Besonderheiten und seinem Angebot für internationale Studierende.

Bitte geben Sie uns einen kurzen Überblick über den Masterstudiengang „Nachhaltige Technologien für Energieressourcen und Rohstoffe“, seine Struktur und seine Forschungsschwerpunkte.
Der Masterstudiengang „Nachhaltige Technologien für Energieressourcen und Rohstoffe“ ist ein dreisemestriges Programm im Umfang von 90 ECTS, das von der Fakultät für Mineralressourcen-Ingenieurwesen der Technischen Universität Kreta in englischer Sprache im Hybridformat angeboten wird.
Das Programm ist in zwei zentrale Säulen gegliedert: Energieressourcen, mit Schwerpunkten auf Lagerstättentechnik, Carbon Capture and Storage (CCS) sowie Biokraftstoffen, und Rohstoffe, mit Fokus auf niedriggradige Erze und nahezu abfallfreie Verarbeitung, die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe sowie Recycling.
Diese wissenschaftlichen Bereiche werden durch hochmoderne Forschungslabore mit fortschrittlicher technischer Infrastruktur unterstützt – von geostatistischer Modellierung und seismischer Datenverarbeitung bis hin zu Geoinformatik, Automatisierung und Robotik.
Darüber hinaus ermöglicht die Umsetzung zahlreicher nationaler und EU-finanzierter Projekte den Studierenden Einblicke in Spitzenforschung, die über den aktuellen Stand der Technik hinausgeht und wissenschaftliche Durchbrüche ermöglicht.
Der Mehrwert dieses Masterprogramms liegt in der Vermittlung hochqualifizierter Expertise in der Gewinnung, Verarbeitung, dem Recycling und dem Umweltmanagement von mineralischen Rohstoffen und Energieressourcen – ein Bereich von strategischer Bedeutung sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene.
Könnten Sie uns außerdem erläutern, wie das Programm in die übergeordnete Internationalisierungsstrategie der Technischen Universität Kreta eingebettet ist?
Das Programm geht weit über die Strategie der Universität hinaus, da die Bereiche Energie- und Rohstoffressourcen das Rückgrat moderner Volkswirtschaften bilden und zugleich eine zentrale Grundlage geopolitischer Gleichgewichte darstellen.
Es vermittelt Kenntnisse über nachhaltige Gewinnungsmethoden mit dem Ziel strategischer Autonomie in den Lieferketten von Seltenen Erden und Energieressourcen und befähigt Studierende dazu, den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltbelastung durch Prinzipien der Kreislaufwirtschaft zu entkoppeln.
Internationalisierung ist daher eine zentrale Notwendigkeit und grundlegende Voraussetzung des Programms, das sowohl lokale als auch globale Herausforderungen adressiert.
Darüber hinaus fördert der Masterstudiengang durch seine aktive Beteiligung an der europäischen Universitätsallianz EURECA-PRO, einer der strategischen Hochschulallianzen Europas, die grenzüberschreitende Mobilität von Fachkräften, die für die Umsetzung des UN-Nachhaltigkeitsziels 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion) erforderlich ist.
Das Programm ist in einem multikulturellen akademischen Umfeld verankert. Es verbindet die ingenieurwissenschaftliche Expertise der TU Kreta direkt mit dem europäischen Industrienetzwerk und ermöglicht so grenzüberschreitende Mobilität sowie Forschungskooperationen.

„Nachhaltigkeit“ scheint ein so häufig verwendeter Begriff zu sein, dass er zunehmend an inhaltlicher Präzision zu verlieren droht. Wie manifestiert sich Nachhaltigkeit in Ihrem Masterstudiengang?
In diesem Programm wird Nachhaltigkeit durch technische Effizienz und praxisnahe Ergebnisse definiert. Sie ist in den Modulen „Geringer ökologischer Fußabdruck“ sowie in den Zielen der nachhaltigen Mineralverarbeitung verankert.
Statt theoretischer Diskussionen wird Nachhaltigkeit in unserem Programm in ingenieurtechnische Systeme übersetzt, die Abfälle minimieren, die Rückgewinnung sekundärer Rohstoffe aus industriellen Nebenprodukten maximieren und die geomechanische Sicherheit von Energieinfrastrukturen gewährleisten.
Nach dem Prinzip der technischen Vertikalität sind nachhaltige Lösungen untrennbar mit einem tiefgehenden Verständnis der physikalischen Produktions- und Gewinnungsprozesse verbunden, was fundierte Kenntnisse in Thermodynamik, Geomechanik und chemischer Verfahrenstechnik voraussetzt.
Eine wirksame Dekarbonisierung und Steigerung der Ressourceneffizienz lassen sich nicht allein durch administrative Maßnahmen erreichen, sondern erfordern die grundlegende Neugestaltung und das Reengineering industrieller Prozesse – ein zentraler Bestandteil der globalen industriellen Transformation.
Neben dem Begriff „Nachhaltigkeit“ verwenden und begründen wir in unserem Masterstudiengang daher auch den Begriff der „verantwortungsvollen“ Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen, insbesondere im Kontext der Produktion kritischer und strategischer Materialien.
Bitte nennen Sie uns einige Beispiele für die beruflichen Perspektiven von Absolventinnen und Absolventen dieses Programms.
Absolventinnen und Absolventen treten als spezialisierte Ingenieurinnen und Ingenieure in den globalen Arbeitsmarkt ein und sind in der Lage, die Energiewende sowie die Herausforderungen im Rohstoffsektor aktiv mitzugestalten und zu steuern.
Zu ihren Karrierewegen zählen Tätigkeiten als Ressourceningenieure in der Lieferkette kritischer Mineralien, als Untergrundingenieure in der CO₂-Speicherung und bei Geothermieprojekten, als Umweltingenieurinnen und -ingenieure in der Recyclingindustrie sowie als Beraterinnen und Berater für internationale Energieunternehmen, insbesondere im Kontext der Transformation hin zu Netto-Null-Emissionen, der gesellschaftlichen Akzeptanz (Social License to Operate, SLO) und der ESG-Governance.
Die Zukunft des Sektors liegt zudem in Bereichen wie digitalem Bergbau, Automatisierung, Robotik, digitalen Zwillingen, Künstlicher Intelligenz, In-Situ-Ressourcennutzung (ISRU) und Datenanalyse. Diese Entwicklungen treiben Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und die Minimierung von Umweltrisiken im industriellen Rohstoffsektor voran.

Könnten Sie uns einige Einblicke in die internationale Ausrichtung des Programms geben? Welchen Beitrag werden Ihre Absolventinnen und Absolventen voraussichtlich zur nachhaltigen Entwicklung auf globaler Ebene leisten?
Das Programm orientiert sich insbesondere an den technischen Anforderungen des Europäischen Green Deal sowie des Critical Raw Materials Act (CRMA). Es ist eingebettet in den globalen Wandel hin zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft und geht davon aus, dass die Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen bis 2050 erheblich steigen wird – insbesondere bei Batteriemetallen, um die Klimaneutralitätsziele zu erreichen.
Durch die Beherrschung der Gewinnung und Verarbeitung der für erneuerbare Technologien erforderlichen Materialien leisten die Absolventinnen und Absolventen einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung globaler Lieferketten. Ihr Einfluss zeigt sich in der Umsetzung von „Near-Zero-Waste“-Ansätzen sowie in der Entwicklung saubererer Energiequellen, die die weltweite Abhängigkeit von kohlenstoffintensiven Brennstoffen verringern.
Was ist Ihrer Ansicht nach das herausragende Merkmal Ihres Masterstudiengangs, das ihn besonders attraktiv für internationale Studierende macht?
Das herausragende Merkmal des Masterstudiengangs „Nachhaltige Technologien für Energieressourcen und Rohstoffe“ ist sein direkter Zugang zu strategisch zentralen Sektoren der Weltwirtschaft, in denen der Bedarf an Fachkräften das derzeitige Angebot deutlich übersteigt. Während viele internationale Programme „Nachhaltigkeit“ primär aus einer politik- oder umweltmanagementorientierten Perspektive betrachten, konzentriert sich dieser Masterstudiengang auf die konkrete technische Umsetzung des Energiewandels. Er vermittelt die Technologien, die zur Sicherung der Versorgung mit kritischen Rohstoffen (Lithium, Nickel, Kobalt, Kupfer, Seltene Erden) erforderlich sind, die derzeit einen der zentralen Engpässe der Weltwirtschaft darstellen.
Durch die Verknüpfung von Rohstoff- und Energieressourcen befähigt das Programm internationale Studierende, das Energie- und Materialgleichgewicht zu verstehen und entsprechende Lösungen zu entwickeln. Dies eröffnet ihnen den Weg zu hochqualifizierten Fach- und Führungspositionen in den strategisch wichtigsten Bereichen der zukünftigen Weltwirtschaft.
Bewerbungen sind ab sofort möglich. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:
https://apply.studyingreece.edu.gr/en/programmes/msc/1650/details/sustainable-technologies-of-energy-resources-and-raw-materials

Originaltext: Greek News Agenda, International Program Stories / MSc in Sustainable Technologies of Energy Resources and Raw Materials at the Technical University of Crete, Chania




