Griechenland verzeichnet weiterhin bedeutende Fortschritte bei der digitalen Transformation, wie aus zwei führenden internationalen Bewertungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie der Europäischen Kommission hervorgeht. Die neuen Berichte bestätigen die Verbesserung der digitalen öffentlichen Dienstleistungen, den Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur, die Nutzung modernster Technologien und den kontinuierlichen Fortschritt des Landes bei der Verwirklichung der Ziele der Digitalen Dekade 2030.

Laut dem OECD-Bericht „Digital Government Outlook 2026“ gehört Griechenland zu den Ländern mit starken Leistungen bei der digitalen Transformation der öffentlichen Verwaltung. Mit einer Gesamtbewertung von 0,71 liegt das Land über dem OECD-Durchschnitt von 0,70.
Damit übertrifft Griechenland auch entwickelte Volkswirtschaften wie Japan und Italien (0,67), Kanada und die Niederlande (0,69) sowie Finnland (0,70).

Darüber hinaus erzielt Griechenland in vier zentralen Indikatoren bessere Ergebnisse als der OECD-Durchschnitt:
Nutzerorientierung: 0,77 gegenüber 0,71
Government as a Platform: 0,75 gegenüber 0,71
Proaktivität: 0,70 gegenüber 0,67
Open by Default: 0,63 gegenüber 0,59

Der Bericht hebt unter anderem das Interoperabilitätszentrum des Ministeriums für digitale Governance, das Portal gov.gr mit mehr als 2.250 digitalen Dienstleistungen, den Einsatz Künstlicher Intelligenz beim Griechischen Kataster, den digitalen Assistenten „mAigov“ sowie das neue nationale Open-Data-Portal data.gov.gr hervor.

Laut dem Bericht zur Digitalen Dekade 2026 der Europäischen Kommission setzt Griechenland seine nationale Strategie zur Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung weiterhin konsequent um und nähert sich den Standards der Europäischen Union stetig an. Das Land kam 83 % der Empfehlungen der Europäischen Kommission nach und setzte damit auch im Jahr 2025 seinen kontinuierlichen Fortschritt auf dem Weg zur Erreichung der Ziele fort.

Im Jahr 2025 belief sich die Nutzung digitaler öffentlicher Dienste durch Bürger auf 79,4 %, während die entsprechenden Dienste für Unternehmen 86 % erreichten und damit die nationalen Schätzungen von 76,2 % bzw. 84,4 % übertrafen.
Besonders deutliche Fortschritte wurden im Bereich der digitalen Infrastruktur erzielt. Die 5G-Netzabdeckung erreicht mittlerweile 99,5 % der Bevölkerung und nähert sich damit dem Ziel einer nahezu vollständigen Abdeckung bis 2030. Auch die nationale Prognose für 2025 (90 %) wird deutlich übertroffen.

In ländlichen und insularen Regionen liegt die Abdeckung ebenfalls bei 99 %, was wesentlich zur Verringerung geografischer Ungleichheiten beiträgt.
Parallel dazu wachsen Glasfasernetze bis ins Haus (FTTP) und sehr leistungsfähige Netze (VHCN) mit einer jährlichen Rate von 29,7 % – mehr als das Fünffache des europäischen Durchschnitts.
Ausgehend von einer nahezu nicht vorhandenen Abdeckung im Jahr 2019 hat Griechenland inzwischen einen Wert von 59,8 % erreicht. Damit wird der für 2025 prognostizierte Wert von 51 % übertroffen, was den kontinuierlichen Fortschritt hin zu einer flächendeckenden Versorgung bis 2030 bestätigt.

Der Bericht der Europäischen Kommission hebt zudem Griechenlands gestärkte geostrategische Rolle als digitaler Knotenpunkt Südosteuropas hervor, insbesondere durch Investitionen in Seekabel, internationale Telekommunikationsinfrastruktur und Rechenzentren.

Gleichzeitig stärken die Umsetzung der nationalen Datengovernance-Politik sowie die neue nationale Cybersicherheitsstrategie die Widerstandsfähigkeit und Sicherheit der digitalen Infrastruktur des Landes. Besonders hervorzuheben sind auch Spitzentechnologien, darunter die Gründung der KI-Fabrik „Pharos“, einer der ersten sieben KI-Fabriken der Europäischen Union, die Beteiligung Griechenlands an europäischen Initiativen im Bereich der Quanteninfrastrukturen sowie die Einrichtung des griechischen Kompetenzzentrums für Mikrochips.

Der Fortschritt des Landes zeigt sich auch im Bereich der digitalen Gesundheit. Laut der Studie „eHealth Indicator Study 2026“ von Capgemini Invent verzeichnete Griechenland eine der stärksten jährlichen Verbesserungen in Europa: Der zusammengesetzte Index für digitale Gesundheit stieg innerhalb eines Jahres um 20 Prozentpunkte auf 94 %, gegenüber einem Durchschnitt von 87 % in der Europäischen Union.


Mit dieser Leistung gehört das Land zu den führenden EU-Mitgliedstaaten im Bereich der digitalen Gesundheit und übertrifft Länder wie Italien (90 %), Spanien (90 %), Deutschland (88 %), Frankreich (88 %) und Schweden (86 %).
Diese positiven Entwicklungen gehen jedoch weiterhin mit bestehenden Herausforderungen einher.

Die in internationalen Bewertungen festgestellten Fortschritte gehen zugleich mit Bereichen einher, in denen das Land seine Entwicklung weiter beschleunigen muss.
Der Bericht zur Digitalen Dekade 2026 hebt hervor, dass die Stärkung digitaler Kompetenzen eine zentrale Herausforderung für die kommenden Jahre bleibt, da lediglich 51 % der Bürger im Alter von 16 bis 74 Jahren über grundlegende digitale Fähigkeiten verfügen, gegenüber 60,4 % im Durchschnitt der Europäischen Union.

Gleichzeitig wird die Notwendigkeit betont, die Fachkräftebasis im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien weiter auszubauen und die digitale Transformation von Unternehmen zu beschleunigen.
Der gleiche Bericht stellt jedoch fest, dass Griechenland in wichtigen Bereichen wie Glasfaserinfrastruktur, öffentlichen digitalen Diensten, elektronischer Identifizierung, dem Zugang zu elektronischen Gesundheitsakten sowie der Nutzung fortgeschrittener digitaler Technologien höhere Fortschrittsraten als der EU-Durchschnitt erzielt. Dies bestätigt die kontinuierliche Annäherung des Landes an die Europäische Union.

Quelle, Fotos: amna.gr, www.mindigital.gr, Greek News Agenda