Führende Vertreter aus Politik, Wirtschaft und der Investmentbranche aus Griechenland und dem Ausland kamen am 22. Juni bereits zum dritten Mal in Folge in Athen zum Growthfund Investor Summit 2026 zusammen. Unter dem Motto „Die neue geoökonomische Ordnung gestalten: Griechenland als strategischer Knotenpunkt für Kapital und Wachstum“ beleuchtete der Gipfel die Chancen, die sich für Griechenland aus den Veränderungen der globalen geoökonomischen Landschaft ergeben. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Faktoren, die das nächste Wachstumskapitel der griechischen Wirtschaft prägen werden. Dazu zählen Investitionen und strategische Infrastruktur, Künstliche Intelligenz, Energie, Innovation sowie der Tourismus.

Die Eröffnungsrede hielt Vizepremierminister Kostis Hatzidakis. Darüber hinaus sprachen Minister für digitale Governance Dimitris Papastergiou sowie Infrastruktur- und Verkehrsminister Christos Dimas. Den Abschluss des Gipfels bildete eine Ansprache von Wirtschafts- und Finanzminister sowie Eurogruppen-Präsident Kyriakos Pierrakakis. An der Veranstaltung nahmen zudem Vertreter bedeutender internationaler Organisationen und Investitionsinstitutionen teil, darunter der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), die US-amerikanische International Development Finance Corporation (DFC), die Europäische Investitionsbank (EIB) und die International Congress and Convention Association (ICCA). Ebenfalls vertreten waren Führungskräfte führender griechischer und internationaler Unternehmensgruppen.
(Quellen: AMNA, Naftemporiki)

Vizepremierminister Kostis Hatzidakis erklärte auf dem GFI Summit 2026 unter anderem, dass der Griechische Innovations- und Infrastrukturfonds nun vollständig einsatzbereit sei und die erste Investition in digitale Infrastruktur in Kürze bekannt gegeben werde. Der Fonds soll in den kommenden drei Jahren Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro mobilisieren. Langfristig wird erwartet, dass die finanzierten Projekte ein Gesamtvolumen von bis zu 20 Milliarden Euro erreichen. Hatzidakis betonte, dass der auf Grundlage des Gesetzes 5131/2024 geschaffene Fonds Teil einer umfassenden Reform von Growthfund und dessen Tochtergesellschaften sei. Ziel sei es, Koinvestitionen in strategischen Sektoren zu fördern und die Entwicklungsperspektiven Griechenlands weiter zu stärken. Ein derartiges Instrument existiere bereits seit Jahren in den meisten europäischen Ländern, habe jedoch bislang in Griechenland gefehlt. „Growthfund ist nicht länger ein Instrument zur Rückzahlung der Staatsschulden, sondern entwickelt sich schrittweise zu einem bedeutenden nationalen Entwicklungsfonds“, erklärte er. Zugleich verwies Hatzidakis auf die Fortschritte von Growthfund und seinen Tochtergesellschaften bei der Modernisierung öffentlicher Dienstleistungen, der effizienteren Verwaltung staatlicher Vermögenswerte sowie der Beschleunigung von Investitionen in strategische Infrastrukturprojekten durch die Einheit für strategische Verträge.
Darüber hinaus hob Hatzidakis das starke Vertrauen der Investoren in die griechische Wirtschaft hervor. Die ausländischen Direktinvestitionen hätten seit 2019 die Marke von 44 Milliarden Euro überschritten, während Griechenland im selben Zeitraum den höchsten Investitionszuwachs innerhalb der Europäischen Union verzeichnet habe. Er betonte, dass das Land zunehmend langfristiges Kapital anziehe und sich als stabiler und verlässlicher Investitionsstandort etabliere.
Er kündigte außerdem die Unterzeichnung des Konzessionsvertrags für den internationalen Flughafen Kalamata mit dem Konsortium aus Fraport, Delta Airport Investments und PILEAS Holdings an. Das Projekt ist von besonderer Bedeutung für Messenien und die gesamte Peloponnes. Es soll die Infrastruktur und die Dienstleistungen des Flughafens modernisieren, neue Arbeitsplätze schaffen und die lokale Wirtschaft stärken. Gleichzeitig ergänzt es das erfolgreiche Konzessionsmodell, das bereits an 14 griechischen Regionalflughäfen umgesetzt wurde und künftig auch auf 22 kleinere Regionalflughäfen ausgeweitet werden soll.
(Quelle: AMNA)


Im Panel „Scaling Up Greece’s Investments Pipeline“ diskutierten Giannis Papachristou, CEO von Growthfund, Nikos Stathopoulos, Chairman Europe bei BC Partners, und Giovanni Callegari, Leiter der Abteilung für wirtschaftliche Risikoanalyse beim Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Im Mittelpunkt standen Investitionschancen in Griechenland und Europa, die Rolle der Künstlichen Intelligenz, Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Voraussetzungen für die Entstehung einer neuen Generation erfolgreicher Unternehmen. Die Diskussion fand vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, technologischer Umbrüche und sich wandelnder globaler Wirtschaftsbedingungen statt.
Giannis Papachristou, CEO von Growthfund, hob hervor, dass sich Griechenland zu einem Stabilitätsanker und einem zunehmend bedeutenden Knotenpunkt für Energie, Logistik, Verkehr und digitale Infrastruktur im östlichen Mittelmeerraum entwickelt habe. Er betonte, dass die EU-Mitgliedschaft des Landes, seine gut qualifizierten Arbeitskräfte und seine strategische Lage die Attraktivität Griechenlands für Investoren weiter stärken. Zugleich schätzte er, dass zusätzliche Investitionen von rund 15 Milliarden Euro pro Jahr erforderlich seien, um den wirtschaftlichen Wandel des Landes weiter zu beschleunigen.
Papachristou betonte die Rolle von Growthfund bei der Gewinnung von Investitionskapital und erklärte, dass Investoren vor allem auf drei Faktoren achten: Glaubwürdigkeit, Schnelligkeit und eine starke Projektpipeline. Er verwies auf die verbesserten Corporate-Governance-Standards, darunter leistungsorientierte Besetzungen von Verwaltungs- und Aufsichtsgremien sowie eine leistungsbasierte Bewertung des Managements. Besonders hervor hob er den Beitrag der Strategic Contracts and Projects Unit von Growthfund, die bislang mehr als 850 Ausschreibungen durchgeführt, Projekte im Wert von 2,5 Milliarden Euro vergeben und eine Projektpipeline von nahezu 10 Milliarden Euro aufgebaut habe. Zudem verwies er auf den erfolgreichen Börsengang des Internationalen Flughafens Athen sowie auf die verbesserte Entwicklung der Portfoliounternehmen von Growthfund, von denen inzwischen acht von zehn profitabel arbeiten. Mit Blick auf die Zukunft erklärte Papachristou, dass Growthfund seinen Schwerpunkt von erfolgreichen Privatisierungen zunehmend auf strategische Investitionen in Bereichen wie Technologie, Künstliche Intelligenz und Infrastruktur verlagere. Hervorgehoben wurde zudem die gemeinsam mit McKinsey entwickelte Initiative „Invest10“, die nach der Analyse von rund 100 Wirtschaftssektoren insgesamt 30 ausgereifte Investitionsmöglichkeiten identifiziert habe. Im nächsten Schritt sollen zehn vollständig investitionsreife Projekte ausgewählt und der internationalen Investorengemeinschaft vorgestellt werden.
(Quelle: AMNA)

Im Rahmen der Growthfund-Konferenz wurde zudem eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) zwischen Growthfund und der International Congress and Convention Association (ICCA) unterzeichnet. Bei der Unterzeichnung erklärte Giannis Papachristou, CEO und Mitglied des Executive Boards von Growthfund, dass Griechenland über alle Voraussetzungen verfüge, um seine Position auf dem globalen Markt für Kongresse, Tagungen und Messen deutlich auszubauen. Er verwies auf die starke internationale Marke des Landes, seine strategische geografische Lage, die hochqualifizierten Arbeitskräfte und das vielfältige touristische Angebot. Darüber hinaus hob er das einzigartige kulturelle Erbe Griechenlands hervor, das auf eine Geschichte von mehr als 4.000 Jahren zurückblickt.
(Quelle: AMNA)

Dimitris Papastergiou, Minister für Digitale Governance und Künstliche Intelligenz, bezeichnete die Pharos AI Factory auf dem Growthfund Investor Summit 2026 als ein Instrument mit dem Potenzial, echten Mehrwert zu schaffen. Er betonte, dass die Initiative als offenes Zentrum für Künstliche Intelligenz in Griechenland dienen werde. „Wir bauen nicht einfach einen Supercomputer. Wir stärken die nationalen Kapazitäten zur Entwicklung, Erprobung und Implementierung von KI-Lösungen mit griechischem Bezug und im Einklang mit europäischen Standards“, erklärte er und erläuterte die Struktur der Pharos AI Factory, die in Lavrio rund um Griechenlands ersten nationalen Supercomputer „Daedalus“ entsteht.
Papastergiou fügte hinzu: „Daedalus ist erst der Anfang.“ Das um die Infrastruktur entstehende Ökosystem aus Ausbildung, Zugang und Fachkompetenz werde durch neue Einrichtungen ergänzt, die derzeit von GRNET in Kozani entwickelt werden. „Künstliche Intelligenz braucht Talente – und Griechenland verfügt über reichlich davon. Sie benötigt zudem Daten. Deshalb haben wir kürzlich 22.000 offene, hochwertige Datensätze über data.gov.gr sowie die notwendige Infrastruktur bereitgestellt“, sagte Papastergiou. Er betonte abschließend die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und die langfristigen Entwicklungsperspektiven des Landes.
Quelle: AMNA

Christos Dimas, Minister für Infrastruktur und Verkehr, betonte auf dem Growthfund Investor Summit 2026, dass die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Lieferketten, die Förderung des internationalen Handels, die Abmilderung der Folgen des Klimawandels sowie die Gewährleistung eines freien und sicheren Personen- und Güterverkehrs zentrale Prioritäten Griechenlands seien. Er bezeichnete Griechenland als „Brücke der Stabilität“, die Europa, den Balkan, das Schwarze Meer, das östliche Mittelmeer und den Nahen Osten miteinander verbindet, und hob die jüngsten Fortschritte bei der Stärkung der regionalen Konnektivität hervor. So hätten Griechenland, Bulgarien und Rumänien bei einem Treffen in Thessaloniki ihr Engagement für die Fertigstellung der Schwarzmeer–Ägäis-Achse im Rahmen des Baltic–Black Sea–Aegean (BBA)-Korridors bekräftigt.Zudem berichtete Dimas von Gesprächen mit Vertretern der Westbalkanländer, Moldaus und der Ukraine sowie mit Investoren und Finanzinstitutionen über die Beschleunigung der Infrastrukturprojekte, die für einen reibungslosen und wirtschaftlich tragfähigen Betrieb des Westbalkan–Östliches Mittelmeer-Korridors erforderlich seien.
Quelle: AMNA

Kyriakos Pierrakakis, Minister für Nationale Wirtschaft und Finanzen, kündigte die Umbenennung des Growthfund in Nationalen Entwicklungsfonds an und bezeichnete dies als sowohl symbolischen als auch inhaltlichen Ausdruck des Transformationsprozesses Griechenlands nach den Krisenjahren. Die Mission der Organisation bestehe nun darin, öffentliche Vermögenswerte in produktives Kapital umzuwandeln, Investitionen zu mobilisieren und langfristiges Wachstum zu unterstützen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, betonte Pierrakakis und rief dazu auf, Investitionen zu steigern, Reformen zu beschleunigen und neue Entwicklungschancen konsequent zu nutzen.
Er unterstrich, dass die Transformation des Growthfund den Übergang von der Krisenbewältigung hin zu einer strategischen Entwicklungsrolle markiere. Die Institution fungiere zunehmend als Katalysator für Investitionen und nachhaltiges Wachstum. Derzeit verwalte der Growthfund Vermögenswerte in Höhe von rund 12,3 Milliarden Euro mit einem Portfolio von 23 Tochtergesellschaften und Beteiligungen, Aktivitäten in elf strategischen Wirtschaftssektoren sowie mehr als 25.000 Beschäftigten. Diese Vermögenswerte umfassten zentrale nationale Infrastrukturen in den Bereichen Energie, Verkehr, Logistik, Immobilien und Netze.Der Growthfund biete damit den institutionellen Rahmen, um Investitionen, Infrastrukturentwicklung, Produktivität und Reformen der öffentlichen Verwaltung in einen kohärenten Wachstumsmotor für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands zu integrieren.
Kyriakos Pierrakakis erklärte, dies sei genau die strategische Rolle des Growthfund: Kapital zu mobilisieren, Projekte weiterzuentwickeln und Investitionen in zentralen Wirtschaftssektoren zu beschleunigen. Er hob die Initiative „Invest10“ hervor, die gemeinsam vom Ministerium für Nationale Wirtschaft und Finanzen, Growthfund und McKinsey entwickelt wurde. Diese identifiziert prioritäre Sektoren sowohl in aufstrebenden Bereichen wie Halbleitern, Rechenzentren, Künstlicher Intelligenz, digitaler Infrastruktur und Hightech-Start-ups als auch in etablierten Stärkefeldern wie Infrastruktur, Energie, Logistik, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Medizintourismus und der sogenannten „Silver Economy“. Zudem betonte er, dass Wettbewerbsfähigkeit von konkreten strukturellen Faktoren abhänge, darunter Energiekosten, Zugang zu Finanzierung, Geschwindigkeit von Genehmigungsverfahren, Effizienz der Logistik sowie Produktivität. Growthfund sei dabei zentral positioniert, während Europa die Integration der Kapitalmärkte, des Energiesektors und der Infrastruktur weiter vorantreibe.
(Quelle: ΑΜΝΑ)
Originaltext: Greek News Agenda, Growthfund Investor Summit 2026: Greece at the center of the global investment dialogue




