Das Ministerium für Digitale Verwaltung und Künstliche Intelligenz stellt die Schwerpunkte des neuen Nationalen Raumfahrtprogramms „HELLAS-SPACE 2.0“ mit einem Gesamtvolumen von 350 Millionen Euro vor. Das Programm wird über das Generalsekretariat für Telekommunikation und Post umgesetzt und aus dem Aufbau- und Resilienzfonds (RRF) „Griechenland 2.0“ finanziert. Es erfolgt in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).

Mit einem Budget von 350 Millionen Euro ist das neue Programm die bislang größte nationale Investition im Raumfahrtsektor. Es soll Griechenland zu einem starken und verlässlichen Partner im europäischen und internationalen Raumfahrtökosystem machen.

Das neue Programm bildet den zentralen Pfeiler der nationalen Raumfahrtstrategie. Es umfasst Maßnahmen zum Ausbau der Weltrauminfrastruktur, zur Stärkung der griechischen Raumfahrtindustrie, zur Nutzung von Satellitenanwendungen und -daten, zur Förderung von Forschung und Innovation sowie zur Entwicklung hochqualifizierter Fachkräfte.

Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen des Nationalen Mikrosatellitenprogramms erweitert das neue Programm den Handlungsspielraum Griechenlands erheblich und deckt die gesamte Wertschöpfungskette des Raumfahrtsektors noch umfassender ab – von der Raumfahrtinfrastruktur und Schlüsseltechnologien bis hin zu Anwendungen, Innovation, Forschung und der Entwicklung hochqualifizierter Fachkräfte.

Das Programm verfolgt folgende Ziele:

  • Stärkung der nationalen Raumfahrtinfrastruktur und der strategischen Fähigkeiten des Landes,
  • Entwicklung einer wettbewerbsfähigen und international ausgerichteten griechischen Raumfahrtindustrie,
  • Nutzung von Raumfahrttechnologien zur Bewältigung von Herausforderungen in den Bereichen Umwelt, Katastrophenschutz, Sicherheit und Wirtschaft,
  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen Sektor, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und internationalen Partnern.

Die Grundzüge des Programms wurden bereits Ende Juni zusammen mit der ersten umfassenden nationalen Raumfahrtstrategie sowie der Entscheidung vorgestellt, den ersten griechischen Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) zu entsenden.

Besonders bemerkenswert ist jedoch, dass die am 31. Juli veröffentlichte ausführliche Präsentation des Ministeriums für Digitale Verwaltung und Künstliche Intelligenz nun deutlich mehr Einzelheiten darüber offenlegt, welche Vorhaben konkret umgesetzt werden sollen, welche Fähigkeiten Griechenland aufbauen will und wie sichergestellt werden soll, dass ein erheblicher Teil der Investitionen im Land verbleibt.

Das neue Nationale Raumfahrtprogramm konzentriert sich insbesondere auf folgende Schwerpunkte:

  • Satelliten mit sehr hoher räumlicher Auflösung zur Bereitstellung hochpräziser Geodaten.
  • Satelliten zur Wärmebildgebung mit Anwendungen im Katastrophenschutz, in der Umweltüberwachung und im Sicherheitsbereich.
  • Neue Möglichkeiten für eine sichere satellitengestützte Konnektivität und Positionsbestimmung für kritische öffentliche und private Dienste.
  • Systeme zur Weltraumüberwachung und zur Ortung von Funkfrequenzemissionen, die die nationalen operativen Fähigkeiten stärken.
  • Ein Programm für Innovation und Erprobung im Raumfahrtbereich zur Entwicklung neuer Technologien und Anwendungen.
  • Sichere Daten- und Dienstinfrastrukturen, die sowohl vom öffentlichen als auch vom privaten Sektor genutzt werden.
  • Maßnahmen zur Stärkung der griechischen Raumfahrtindustrie, der Forschung und der Entwicklung hochqualifizierter Fachkräfte mit dem Ziel, ein leistungsfähigeres nationales Raumfahrtökosystem zu schaffen.

Anwendungen in der Praxis

Die im Rahmen von „HELLAS-SPACE 2.0“ entwickelten Infrastrukturen sollen unmittelbar in wichtigen Bereichen der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung zum Einsatz kommen.

Raumfahrttechnologien werden unter anderem im Bereich des Katastrophenschutzes zur Bewältigung von Naturkatastrophen, zur frühzeitigen Erkennung von Bränden und Überschwemmungen, zur Umweltüberwachung, in der Präzisionslandwirtschaft, im Verkehrswesen sowie zur Verbesserung digitaler Dienstleistungen des Staates durch die Nutzung moderner Geodaten eingesetzt.

Darüber hinaus soll der Ausbau der Satelliteninfrastruktur dazu beitragen, die nationalen Fähigkeiten in den Bereichen Sicherheit, Kommunikation und Krisenmanagement zu stärken und gleichzeitig die Beteiligung Griechenlands an europäischen und internationalen Raumfahrtinitiativen auszuweiten.

Hervorzuheben ist, dass das Programm zusätzlich darauf abzielt, eine umfassende inländische Wertschöpfungskette für Raumfahrttechnologien aufzubauen – mit griechischen Produktions- und Montagelinien, eigenen technologischen Rechten und Datenzugängen sowie Unternehmen, die in der Lage sind, auch außerhalb Griechenlands Projekte zu akquirieren.

Diese Strategie soll die heimische Technologieentwicklung stärken, neue hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen und Investitionen in einen Sektor anziehen, der in den kommenden Jahren besonders hohe Wachstumsperspektiven bietet.

Quellen, Fotos: https://www.mindigital.gr/archives/9055

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