Mit 26 Spielfilmen und 27 Kurzfilmen, 19 Premieren und einer neuen Sektion, die der Restaurierung und Wiederentdeckung älterer griechischer Filme gewidmet ist, steht das griechische Kino im Mittelpunkt des 67. Internationalen Filmfestivals Thessaloniki (TFF), das vom 5. bis zum 15. November 2026 stattfindet.

Das Festival engagiert sich seit jeher für das griechische Kino. Mit innovativen Projekten und Initiativen, Auszeichnungen und gezielten Maßnahmen fördert es die griechische Filmszene, stärkt die heimische Filmproduktion und unterstützt deren Bekanntmachung im In- und Ausland. Beim 67. TFF werden 19 griechische Filme erstmals gezeigt. Neun davon sind in den internationalen Wettbewerbssektionen des Festivals vertreten. Im Internationalen Wettbewerb laufen die Filme „Almost a Whole Man“ von Efthimis Kosemund-Sanidis, „A Day in the Life of Jo: Phaedra Chapter“ von Jacqueline Lentzou und „Titanic Ocean“ von Konstantina Kotzamani.

Unabhängige Auszeichnungen

Das Festival vergibt eine Reihe bedeutender unabhängiger Preise, die das griechische Kino fördern sollen. Dazu gehören der FISCHER-Publikumspreis und der New Vision Award des Hellenic Film and Audiovisual Center (EKKOMED) im Wert von 6.000 Euro“, der an eine Nachwuchsregisseurin oder einen Nachwuchsregisseur für einen griechischen Film vergeben wird, der im offiziellen Programm seine Premiere feiert („Offizielle Premiere“), sowie der Location Award des Hellenic Film and Audiovisual Center (EKKOMED) im Wert von 2.000 Euro.

Der ERT First Prize im Wert von 3.000 Euro wird an den griechischen Film verliehen, den die Internationale Vereinigung der Filmkritiker (FIPRESCI) auswählt. Seit 2023 wird außerdem der ERT-Preis für Originalfilmmusik vergeben, der mit 2.000 Euro dotiert ist.

Darüber hinaus vergibt Crew United einen Preis an die Regisseurin oder den Regisseur eines griechischen Films des 67. Filmfestivals Thessaloniki, der in einer der folgenden Sektionen gezeigt wird: Internationaler Wettbewerb, „Meet the Neighbors+“ oder „Film Forward“.

Neue Sektion für das Filmerbe

Mit der Vorführung der restaurierten Fassung von Eva (1953) von Maria Plyta wird die neue Sektion des Festivals „Classics Revisited“ eröffnet. Diese Initiative ist eine konsequente Weiterentwicklung des langjährigen Engagements des Festivals für die Bewahrung und Wiederentdeckung des griechischen Filmerbes.

Eva ist der einzige Film, der von der Produktionsgesellschaft Kominis Film produziert wurde. Außerdem erscheint der Name von Mikis Theodorakis erstmals im Abspann eines Kinofilms.

Ehrenpreis „Goldener Alexander“ und Hommage an Nikos Grammatikos

Das 67. Internationale Filmfestival Thessaloniki (5.–15. November 2026) widmet dem Werk von Nikos Grammatikos eine umfassende Retrospektive. Der renommierte Regisseur und Drehbuchautor wird mit dem Ehrenpreis „Goldener Alexander“ für seinen herausragenden Beitrag zum Kino ausgezeichnet.

Nikos Grammatikos (geboren 1963) zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten Stimmen des griechischen Kinos. Seine poetischen und zugleich realistischen Filme entführen uns in Welten voller Augenblicke, Freundeskreise, Erinnerungen, Enttäuschungen, Liebesgeschichten und unerfüllter Träume. Seine unkonventionellen und verletzlichen Figuren geraten mit ihrer Umwelt und mit sich selbst in Konflikt, während sie versuchen, sich in den Sackgassen ihres Lebens zurechtzufinden.

Die Retrospektive zeichnet den kreativen Werdegang von Nikos Grammatikos von seinen Anfängen an nach. Beim 67. Internationalen Filmfestival Thessaloniki werden sieben Spielfilme des griechischen Regisseurs gezeigt. Darüber hinaus erhält das Publikum die Gelegenheit, vier seiner selten gezeigten Kurzfilme zu entdecken.

Im Rahmen der Retrospektive findet außerdem ein öffentliches Gespräch mit dem Regisseur und Wegbegleitern statt, darunter Schauspieler, Drehbuchautoren und weitere Filmschaffende, die an seinen Werken mitgewirkt haben. Dabei wird Grammatikos dem Publikum Einblicke in seinen kreativen Schaffensprozess geben.

Goldener Alexander für Stavros Xarchakos

Der legendäre Komponist, Dirigent und Arrangeur Stavros Xarchakos wird in Thessaloniki mit dem Goldenen Alexander für seine herausragenden Verdienste um die Kultur geehrt. Im Rahmen der Ehrung wird der Film „Rebetiko“ von Kostas Ferris gezeigt.

67. Filmfestival Thessaloniki: Christoforos Papakaliatis wird Botschafter der Agora

Mit dem Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Christoforos Papakaliatis als Botschafter kehrt die Agora des 67. Internationalen Filmfestivals Thessaloniki zurück – der größte Filmmarkt Südosteuropas. Papakaliatis wird die bedeutenden Prozesse fördern, aus denen die Filme und Serien von morgen entstehen, und zugleich Filmschaffenden, Journalisten und der breiten Öffentlichkeit die zentrale Rolle der Agora näherbringen.

Die Agora (6.–14. November), die maßgeblich vom Programm Creative Europe MEDIA unterstützt wird, bietet vielfältige Möglichkeiten zur Vernetzung und zur Entwicklung von Koproduktionen in der internationalen Filmbranche. Ihre Aktivitäten finden in hybrider Form statt – sowohl vor Ort als auch online – und umfassen ein breites Spektrum an Branchenveranstaltungen, die insbesondere Länder Südosteuropas und des Mittelmeerraums in den Blick nehmen.

Die Agora bietet einen geeigneten Rahmen für Networking und Know-how-Austausch. Sie unterstützt Filmschaffende dabei, die passenden Partner für ihre Projekte zu finden, ihre kreativen Visionen weiterzuentwickeln und Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten zu erhalten. Zugleich fördert sie die Vernetzung und die kreative Zusammenarbeit in der internationalen Filmbranche.

Die visuelle Identität des 67. Filmfestivals Thessaloniki

Die bildende Künstlerin Sofia Rozaki schuf das Werk spatial affects, das die Grundlage für die diesjährige visuelle Identität des Festivals bildet. Inspiriert wurde sie dabei sowohl vom Kinosaal als auch von der dem Thema Wüste gewidmeten Retrospektive des Festivals.

Das Werk spatial affects (2026; Acrylfarben und Aquarellstifte auf Leinwand, 150 × 180 cm) wird während der 67. Festivalausgabe ausgestellt.

Sofia Rozaki ließ sich sowohl vom Kinosaal als auch von der Retrospektive des Festivals zum Thema Wüste inspirieren.

Die Geschichte des Festivals

Das Internationale Filmfestival Thessaloniki, das jedes Jahr im November stattfindet, zählt zu den ältesten und bedeutendsten Filmfestivals und ist das beliebteste Filmereignis Griechenlands.

Das Festival wurde 1960 auf Initiative von Pavlos Zannas als nationales Festival unter dem Namen „Griechische Kinowoche“ ins Leben gerufen. 1966 erhielt es den Namen „Griechisches Filmfestival“ und blieb bis 1991 ein nationales Festival. 1981 wechselte die Zuständigkeit für das Festival vom Industrieministerium, dem es bis dahin unterstellt war, zum Kulturministerium. 1992 wurde das Festival international ausgerichtet.

Βeim 67. Filmfestival von Thessaloniki werden 258 Filme vor Ort und weitere 58 Filme online über die digitale Festivalplattform gezeigt. Entdecken Sie das vollständige Programm, das auf der Pressekonferenz zum 67. Filmfestival von Thessaloniki vorgestellt wurde.

Quellen, Fotos:

https://www.amna.gr/macedonia/article/1030667/Pano-apo-50-ellinikes-tainies-sto-67o-FKTh-

https://filmfestival.gr/el/newsroom/news/67o-fk8-oi-ellhnikes-tainies-ths-fetinhs-diorganwshs

https://filmfestival.gr/el/tiff/newsroom/67o-fk8-timhtikos-xrysos-ale3andros-kai-afierwma-ston-niko-grammatiko

https://filmfestival.gr/el/newsroom/news/67o-fk8-o-xristoforos-papakaliaths-ambassador-ths-agoras

https://filmfestival.gr/el/tiff/newsroom/67o-fk8-h-optikh-taytothta-toy-festibal

https://filmfestival.gr/el/tiff/the-festival